Kurzbericht aus der  öffentlichen Sitzung des Eichstetter  Gemeinderates am 14. Februar 2005 ( Nr. 2/2005)


 

1. Sanierung und Erweiterung des Rückhaltebeckens Breitenweg; Vorstellung von Planungsvarianten
 Unter Mitwirkung der Fachingenieure der Planungsbüros sowie auch Vertretern der beteiligten Fachbehörden wurden dem Gemeinderat verschiedene Varianten für die Sanierung des Rückhaltebeckens im Breitenweg vorgestellt. Die Ergebnisse der Sicherheitsprüfung nach einer neuen DIN 19700 (2004) zeigen unter anderem auf, dass der gewöhnliche Hochwasserrückhalteraum  19.000 m³ betragen sollte ( Ist-Zustand 8.700 m³). Auch die geotechnische Untersuchung des Dammes hat einige Beanstandungen ergeben. Zur Erreichung des Schutzgrades für ein 100-jähriges Niederschlagsereignis wurden die Sanierungsvarianten mit Gesamtkosten zwischen 705.000,00 € und 1.160.000,00 € erläutert. Bürgermeister Kiechle wies auf die erwartete 70 % - Förderung hin bei 30 % Kostenanteil der Gemeinde.
 Intensiv diskutiert wurde die Frage, ob nicht ein Ausbau z.B. für einen Schutzgrad eines 50-jährigen Ereignisses mit geringeren Kosten ausreichen würde. Seitens der Fachleute wurde hierzu jedoch angemerkt, dass auch hierfür ein Rückhalteraum von 15.000 m³ notwendig wäre und auch die Kosten im Vergleich 80 % der o.g. Kosten ausmachen würden. Die Einsparungen wurden demnach als gering angesehen, zumal gleichzeitig auch die Sicherheit noch deutlich geringer wäre.
 Bürgermeister Kiechle sah abschließend die kostengünstigste Variante „ Dammerhöhung mit Umbau des kombinierten Schachtbauwerks und Neubau einer Dammscharte ( ohne Stauraumabtrag, jedoch Abtrag der Anlandungen im Beckenbereich) favorisiert. Vor einer endgültigen Entscheidung im Gemeinderat wird man noch eine Ortsbesichtigung mit Erörterung von Detailfragen zur Dammscharte usw. vornehmen.
 
2. Wasserversorgung; Entscheidung über den Standort der Entmanganungsanlage
 Einen Schritt weiter gekommen ist die Gemeinde bei der Umsetzung des Bürgerentscheids vom 10.Juli 2004. Mit der vom Gemeinderat mit 10:3 Stimmen erfolgten Standortfestlegung ( gemeindeeigenes Grundstück Bruckmatten 31 / Recyclinghof) kann nun die konkrete Bauplanung für die Filteranlage erfolgen. In dieser Anlage wird zur Nutzung des weicheren Wassers aus dem Tiefbrunnen Seewiesen  Eisen/Mangan  ausgefiltert.
  Ausschlaggebend für diese Standortwahl waren die vom beauftragten Planungsbüro um etwa 35.000,00 € niederer ermittelten Kosten als beim Standort Hochbehälter. Es soll keine Beeinträchtigung des Betriebes des Recyclinghofes geben.
 Gesamtkosten am gewählten Standort 394.980,00 €, beim Hochbehälter 430.360,00 €. Der Entscheidung im Gemeinderat war eine intensive Diskussion unter Abwägung aller Vor- bzw. Nachteile der Standortvarianten vorausgegangen.

3. Flächennutzungsplan 2020 der Stadt Freiburg; gemeindliche Vorbesprechung für die Behandlung in der Verbandsversammlung am 2.3.05
 Der Gemeinderat befürwortete den Verwaltungsvorschlag und konkretisierte eine Stellungnahme zu dieser umfangreichen Planung der Stadt auf das Hauptthema „vorbeugender Hochwasserschutz“ für unterliegende Gemeinden und damit auch für unsere Gemeinde. Der Verband sollte der Planung nur unter folgender Voraussetzung zustimmen:
 Vorlage eines verlässlichen Gesamtkonzepts durch die Stadt Freiburg bezüglich der Wasserrückhaltung auf Freiburger Gemarkung.
 Dezentrale Zurückhaltung von Niederschlagswasser in späteren Baugebieten ist unabdingbar. Größere Niederschläge müssen gegebenenfalls an anderer Stelle auf Freiburger Gemarkung zurückgehalten werden. Es wird gefordert, dass die unterliegenden Gemeinden nicht durch zusätzliche Wassermengen belastet werden.

4. Bauanträge
 Eine endgültige Entscheidung zum Bauvorhaben in der Bötzinger Straße 19 ( drei Gebäude ) wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Kiechle bis zu nächsten Sitzung vertagt, da bezüglich der Gesamthöhe des Gebäudes zur Bötzinger Straße hin noch eine Detailabklärung mit dem Bauherren vorgenommen werden soll.
 Zwei weitere Baugesuche sowie auch ein Antrag für eine kleinere Umgestaltungsmaßnahme im Rebgelände Gewann Eck (zur besseren Bewirtschaftung) wurden befürwortet.

5. Bekanntgaben, Anfragen
 Bürgermeister Kiechle informierte über die vorgesehene Tagesordnung der Verbandsversammlung am 2.3. in Gottenheim. In Kenntnis gesetzt wurde der Gemeinderat über das ergangene Urteil des Verwaltungsgerichts in Sachen „ Phonolit-Probeabbau “ im Gewann Endhahlen ( Gemarkung Bötzingen).
 Gemeinderat Manfred Wiedemann wies auf die erforderliche Ausbesserung der Fahrbahn im unteren Altweg nach erfolgten privaten Kanalanschlussarbeiten hin.
 Gemeinderat Andreas Hiß sprach Verkehrsbehinderungen insbesondere auch für den landwirtschaftlichen Verkehr  durch die Parksituation vor einem Anwesen in der Dillstraße an.

6. Fragen der Einwohner/innen
 Themen waren das Rückhaltebecken Breitenweg, Möglichkeiten sonstiger Rückhaltung von Oberflächenwasser und ein aus Naturschutzgründen ausgeschiedener Standort beim Tiefbrunnen für die Entmanganungsanlage in der Wasserversorgung.

Dieter Rinklin, Schriftführer

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