Kurzbericht aus der  öffentlichen Sitzung des Eichstetter  Gemeinderates am 16. März 2006 ( Nr. 4/2006)




Zu der Sitzung konnte Bürgermeister Michael Bruder unter der großen  Zuhörerzahl auch die Klasse 7 der Adolf-Gänshirt-Schule mit Lehrer Manfred Breisacher und Rektorin Angela Hauser begrüßen.

Klasse 7 besucht Sitzung des Gemeinderates
                                  Aufnahme: M. Breisacher

1.    Sanierung / Erweiterung des Regenrückhaltebeckens Breitenweg;
    Das Planungsbüro Winkler und Partner GmbH stellte die ermittelten Einsparungspotentiale und den Umfang der zur Änderung vorgeschlagenen Planung im einzelnen vor. Wesentliche Punkte der Einsparungen ergeben sich aus dem völligen Abbruch und Neubau des Schachtbauwerks (anstelle Umbau), der Verwendung des Abtragmaterials von der Wasserseite des Dammes durch direkten Auftrag auf der Luftseite des Dammes anstelle einer Zwischenlagerung und auch aus der Herausnahme der Landschaftsbauarbeiten auf der Ausschreibung. Diese Arbeiten soll das Büro Klink separat ausschreiben in der Erwartung, dass hier auch evtl. Landwirte bzw. der Maschinenring Leistungen anbieten könnten. Herr Koch berichtete, dass der eigentliche Stauraumabtrag im Becken erst nach der Sommerpause erfolgen soll. Er bestätigte auch auf Anfrage von GR Schöpflin, dass trotz der Einsparungen die Gewährleistung nicht beeinträchtigt ist und keine Betriebssicherheitsdefizite entstehen. Dies wurde auch von Herrn Klumpp vom Landratsamt bestätigt.
    Unter Berücksichtigung der vom Planungsbüro erteilten Bestätigungen hinsichtlich Sicherheit bzw. Gewährleistung stimmte der Gemeinderat einstimmig der vorgestellten, geänderten Planung der Tief- und Ingenieurbaumaßnahmen sowie der erneuten Ausschreibung zu.

2.    Einrichtung einer Pflegewohngruppe; Zwischeninformation
    Bürgermeister Michael Bruder berichtete über den aktuellen Stand zu den Standortuntersuchungen. Zu der Alternative „ehemaliges Gasthaus Adler“ hatte sich in einem Termin die ablehnende Haltung aus Denkmalschutzgründen gegen einen Abbruch ergeben. Diese Widerstände zu überwinden würde Zeit und auch finanzielle Mittel erfordern ohne eine Gewähr für eine spätere Zustimmung der Denkmalschutzbehörde.
    Herr Bruder berichtete allgemein über geführte Gespräche mit privaten Eigentümern sowie auch mit der Bürgergemeinschaft. Berichtet wurde auch über ein Gespräch mit zwei Vertretern der Winzergenossenschaft  zur abschließenden Klärung der Gründe der Winzergenossenschaft für die Nichtzurverfügungstellung ihres Grundstücks und Gebäudes Dorfgraben 11. Die Gründe wurden von Herrn Bruder als nachvollziehbar und auch seitens der Gemeinde für vertretbar festgestellt. Informiert wurde auch über den Verlauf der am 14.3. erfolgten Anhörung der Interessengemeinschaft „ Rettet den Spielplatz“ sowie des AK Spielanlagen vor dem gesamten Gemeinderat. Bürgermeister Bruder bedankte sich nochmals bei der Interessengemeinschaft und dem Arbeitskreis für die sachliche Diskussion. Herr Bruder nannte zum weiteren Verfahren als oberstes Ziel der Gemeinde, nach Möglichkeit alle Interessen zu berücksichtigen und eine verträgliche Lösung zu finden. Finanzielle Aspekte sind zwar mit zu beurteilen, sind jedoch nicht ausschlaggebend. Herr Bruder verwies auf die weitere Behandlung auf der  Bürgerversammlung.


3.    Maikäferbekämpfung am Kaiserstuhl
    Bürgermeister Bruder erläuterte die Thematik mit dem feststehenden Erfordernis einer Bekämpfung. Bezüglich der genauen Kostenbeteiligung bzw. Kostenaufteilung bestehen derzeit leider noch keine Angaben. Es wurde vorgeschlagen, dass der Gemeinderat  zur Vermeidung von zeitlichen Verzögerungen nun frühzeitig seine Zustimmung zur Veröffentlichung der Allgemeinverfügung erteilt und den Grundsatzbeschluss für einen Hubschraubereinsatz fasst.
    Zu dem Erfordernis einer Maikäferbekämpfung betonte Gemeinderat Schöpflin auch, dass die Vorgehensweise von allen beteiligten Gruppen, somit auch von Seiten des ökologischen Landbaus mitgetragen werde. Gemeinderat Andreas Hiß bestätigte die Notwendigkeit, auch wenn jetzt noch keine Kostenregelung feststehe.
    Mit einstimmigem Beschluss stimmte der Gemeinderat der Allgemeinverfügung zu und traf auch die Grundsatzentscheidung für einen Hubschraubereinsatz. Diese Beschlussfassung erfolgte durchaus in Erwartung einer Kostenbeteiligung des Landes analog eines früheren Hubschraubereinsatzes.

4.    Errichtung eines Aussichtsturmes mit Richtfunkanlage auf der Eichelspitze;
    Bürgermeister Bruder konnte mitteilen, dass zwischenzeitlich sowohl die Baugenehmigung erteilt als auch der Zuschussbescheid aus Tourismusfördermitteln eingegangen sei. Anhand mehrerer Übersichten zeigte Volker  Berwing anschließend auf, dass sich die Bauteile Turm und Richtfunkanlage teilweise überschneiden und das Gesamtwerk als Sonderbauwerk angesehen werden muss. Es ist unabdingbar, dass dieses Sonderbauwerk von der Gemeinde und der Firma O2 gemeinsam an eine Firma in Auftrag gegeben werden müsse. Herr Bruder informierte noch darüber, dass zum Erhalt der Baufreigabe (roter Punkt) die Unterlagen zur Prüfstatik gegeben werden und auch die Einmessung des Baukörpers durch ein Vermessungsbüro veranlasst sei. Es wurde eine Bauzeit von 6 bis 8 Wochen angegeben, so dass der Turm Anfang Juni 2006 errichtet sein sollte.
    Der Gemeinderat beschloss einstimmig:
    a)    Dem Lieferauftrag zur Errichtung des Aussichtsturmes wird aufgrund des speziellen Bauwerks an die Firma Pfleiderer Europoles, Leipzig zum Angebotspreis von 224.659,00 Euro zugestimmt.
    b)    Der Lieferauftrag gilt nur bei gleichzeitiger Beauftragung der Firma Pfleiderer durch O2.

5.    Trinationaler Atomschutzverband der Bevölkerung um das AKW Fessenheim (TRAS); Antrag von Gemeinderat Helmut Schöpflin auf Beitritt der Gemeinde Eichstetten am Kaiserstuhl
Gemeindrat Schöpflin erläuterte die wesentlichen Gründe seines Antrages. Er erinnerte an die vom Gemeinderat am 08.06.2004 beschlossene Resolution zur umgehenden Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim. Diese Resolution habe direkt nichts bewirkt, hatte jedoch die Folge, dass sich der Trinationale Atomschutzverband gebildet habe. Ein Ziel dieses Verbands sei ein juristisches Vorgehen gegen das AKW Fessenheim bzw. dessen Betreibergesellschaft EDF. Herr Schöpflin sieht einen Beitrittsbeschluss der Gemeinde Eichstetten am Kaiserstuhl als logische Fortsetzung der 2004 beschlossenen Resolution. Ebenso würde ein Beitritt die Inhalte der gemeindlichen Leitlinien und Ziele bekräftigen.
Bürgermeister Bruder teilte anschließend seine persönliche Einstellung gegen einen Beitritt mit, da er dies nicht als Aufgabe der Gemeinde ansieht. Es stehe jedem selbst frei, diesem Trinationalen Atomschutzverband beizutreten. Die positive Entwicklung der Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich sollten nicht beeinträchtigt werden.
Auch Gemeinderat Albert Schmidt sprach sich in seiner Stellungnahme gegen einen Beitritt aus. Nach seiner Einschätzung sehen die Bürger auf der französischen Seite dieses Thema anders. Während auf Regierungsebene nach der Resolution nichts erreicht worden war, ist im Bereich regionaler Gremien zu diesem Thema doch noch einiges im Gang.
Gemeinderat Alexander Lüth unterstützte den Antrag von Herrn Schöpflin. Fessenheim ist eine Bedrohung für Weinbau, Landwirtschaft und natürlich vor allem für die Bevölkerung. Auch Gemeinderat Friedhelm Rinklin unterstützte den Antrag. Helmut Schöpflin stellte noch klar, dass die Aktivitäten der TRAS nicht gegen die Bevölkerung Frankreichs gerichtet seien, sondern vielmehr gegen die Betreibergesellschaft EDF
In der Abstimmung ergaben sich 4 Stimmen für den Antrag, 7 Stimmen gegen den Antrag und eine Stimmenthaltung. Der Antrag war somit abgelehnt.

6.    Bebauungsplanverfahren "Steinacker-Berg" der Gemeinde Gottenheim;
    Dieter Rinklin stellte zu dem Verfahren insbesondere das Konzept der Oberflächenwasserableitung kurz dar. Dieses Konzept wurde für vorbildlich festgestellt, soweit sich die Planung in der Ausführung auch tatsächlich umsetzen lässt.  
    Der Gemeinderat stimmte dem Bebauungsplanverfahren Steinacker-Berg mit einstimmigem Beschluss zu.

7.    Landtagswahl am 26. März 2006;
    Der Gemeinderat legte die Entschädigung für die Mitglieder der  Wahlvorstände in den Wahlbezirken Unterdorf und Oberdorf bei der Landtagswahl am 26.03.2006 mit jeweils 30,00 Euro fest.

8.    Bekanntgaben, Anfragen aus dem Gemeinderat
    A.    Bürgermeister Bruder gab folgendes bekannt:
        a)    Als Beschluss aus nichtöffentlicher Sitzung den Erwerb eines Grundstücks in der Gemeinbedarfsfläche Nohl des gültigen Flächennutzungsplanes,
        b)    den Abschluss der letzten Prüfung durch die Kommunalaufsicht des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald.
        c)    Eingang des Zuschussbescheides im Rahmen der ELR-Förderung für die Wohnumfeldmaßnahme Am Wannenberg mit einem Betrag von 62.800,00 Euro.
        d)    Frau Bliestle informierte über den am 27. März 2006 vorgesehenen Baubeginn für die Wohnumfeldmaßnahme Dillstraße mit den vorgesehenen Bauabschnitten. Die Verkabelung des Niederspannungsnetzes wurde von den Anwohnern bis auf eine Ausnahme befürwortet. In diesem Ausnahmefall kann eine Verkabelung nach Mitteilung der EnBW umgangen werden.
    B.    Anfragen aus dem Gemeinderat
Gemeinderat Andreas Hiß sprach die erforderliche Verbesserung eines landwirtschaftlichen Wirtschaftweges im Gewann Geitzbach an.

9.    Fragen der Einwohner/innen
    Gunther Hiss als Vorsitzender des Fördervereins Eichelspitzturm bedankte sich beim
    Gemeinderat für die gewährte Unterstützung . Er berichtete, dass 72 Stufen sowie 8
    Podeste bereits verkauft seien.
    Weitere Themen waren der Zuschuss aus Tourismusfördermitteln für den Turm, die
    evtl. Hochwassergefahr während der Umbauzeit des Rückhaltebeckens, die räumliche
    Nähe zwischen Schwanenhof und Pflegewohngruppe, der schadhafte Geitzbachweg, der
    Rohrdurchlass beim Bach im Breitenweg, Lockerung von Bauvorschriften in künftigen
    Gebieten sowie die nicht mögliche Zulassung von Angeboten mit alternativen Lösungen
    beim Rückhaltebecken.

Dieter Rinklin, Schriftführer

Übersicht weitere Gemeinderats-Sitzungen