Kurzbericht aus der  öffentlichen Sitzung des Eichstetter  Gemeinderates am 12. Oktober 2006 (Nr.13/2006)



1.    Beteiligung der Gemeinde an KONUS (Kostenlose Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs – ÖPNV – für Gäste)
    Bürgermeister Michael Bruder berichtete ausführlich über das Konzept und die erfolgreichen Gespräche zur Mitwirkungsbereitschaft aller Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten. Die kostenlose Nutzung des ÖPNV ist ein besonderer Service gerade für Wanderer, stellt einen Mehrwert für die Schwarzwald Gästekarte (auch hier am Kaiserstuhl) dar und sorgt für eine höhere Nutzung des ÖPNV. Über Vereinbarungen mit den Anbietern kann erreicht werden, dass Eichstetten als erste Gemeinde ohne Kurtaxe ( und auch als erste Gemeinde am Kaiserstuhl) diesen Service bieten kann. 50 Cent pro Übernachtung und Gast erheben die Betriebe mehr (Kinder unter 6 Jahren sind frei) und führen an die Gemeinde ab. Diese bezahlt 31 Cent + Mwst pro Gast und Übernachtung an die Schwarzwald-Tourismus GmbH. Der Gemeinde bleibt der Verwaltungsaufwand sowie die Beschaffung der Meldescheine.     
    Das Projekt wurde vom Gemeinderat einstimmig befürwortet und der Beitritt zum 1.1.2007 beschlossen.
    Infos im Detail auch unter: www.konus-schwarzwald.info.

Bahnsteig in Eichstetten am Kaiserstuhl
    Kostenlose Nutzung des ÖPNV für Gäste:
    
2.    Feststellung der Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2005
    Rechnungsamtsleiter Volker Berwing berichtete in einer Zusammenfassung über die wesentlichen Eckpunkte des umfangreichen Rechenschaftsberichts für das Jahr 2005 , wie er den Gemeinderäten auch zugesandt worden war. Informationsbroschüren lagen auch für die erschienenen Sitzungsbesucher bereit. Erfreulich war die Feststellung, dass die zunächst geplante Rücklagenentnahme  deutlich geringer erforderlich war, da Mehreinnahmen bei Gewerbesteuer, Konzessionsabgabe und Grundstücksverkäufen sowie Minderausgaben beim Verwaltungs- und Betriebsaufwand ein positiveres Ergebnis erbrachten. Auch bei der Umgestaltung der Wiesenhofstraße und beim Bau des Geh-Radwegs mit Mittelinsel auf der Hauptstraße (Dorf auswärts) konnten nicht benötigte Haushaltsausgabereste aufgelöst werden. In der Beratung sprach Gemeinderätin Evi Graf das im Bericht enthaltene Ergebnis von 685,00 € Mieteinnahmen im Informations- und Veranstaltungspavillon an. Gemeinderat Albert Schmidt regte hierzu eine separate Behandlung zur Gegenüberstellung Kosten / Einnahmen an. Albert Schmidt lobte ansonsten den mit dem Rechnungsergebnis nachgewiesenen Sparwillen der Verwaltung und bestätigte das Ergebnis als gut. Der Gemeinderat stellte die  Jahresrechnung einstimmig wie vorgestellt fest. Die Eckzahlen sind diesem Bericht angeschlossen. Bürgermeister Michael Bruder dankte Herrn Berwing für den transparenten und informativen Bericht.

3.    Bericht über das fortgeschriebene Baulückenkataster und das Ergebnis der Untersuchung über leer stehende Wohngebäude sowie zur Belegungsdichte.
    Im Vorfeld einer Entscheidung über evtl. weitere Baugebietsplanungen wollte der Gemeinderat zunächst die noch vorhandenen Baulandreserven ermittelt haben ( Thema Innenentwicklung vor Außenentwicklung). Hauptamtsleiter Dieter Rinklin trug das Untersuchungsergebnis zum fortgeschriebenen Baulückenkataster sowie zu den Leerständen vor. Bei kalkulierten zwei Wohneinheiten pro freiem Baugrundstück im Ortskern und in den Baugebieten errechnet sich eine Reserve von ca. 90 Wohneinheiten. Oft erfolgt jedoch auch nur eine Bebauung mit Einfamilienhäusern, sodass sich diese Zahl entsprechend verringern kann. Eine stärkere Nutzung von Baulücken konnte zuletzt im Gebiet Röthenbach festgestellt werden. Im Ortskern wurden 22 leer stehende Wohngebäude ermittelt. Als rein statistische Zahl wurde mitgeteilt, dass in 64 Wohngebäuden nur jeweils eine Person und in 126 Gebäuden jeweils nur zwei Personen wohnen. Damit wohnen ca. 10 % der Eichstetter Einwohner in einem Viertel der bestehenden Wohngebäude. Angesprochen wurden die wenigen Einwirkungsmöglichkeiten der Gemeinde zur Nutzung von Baulücken. Angedacht ist eine Umfrage bei den Eigentümern der Baugrundstücke über ihre Nutzungsabsichten. Gemeinderat Helmut Schöpflin sah es für sinnvoll an, den Ortskern nicht zu sehr zu verdichten, sondern durch Freiräume und Begrünung auch den Wohnwert zu erhalten. Der Gemeinderat wird  demnächst beraten, ob nach diesem Ergebnis eine Baugebietsplanung eingeleitet werden soll.

4.    Bekanntgaben der Verwaltung
    Bürgermeister Bruder informierte über die vorgenommene Geldanlage in Kommunalfonds (150.000,00 €) sowie über einen Bericht über den neuen Eichelspitzturm in der neusten  Ausgabe des Regio - Magazins. Der Turm zieht immer mehr Besucher an.

5.    Anfragen aus dem Gemeinderat
    Evi Graf gab eine Bürgeranfrage nach dem Stand der Aktivitäten des Arbeitskreises Verkehr weiter. Alexander Lüth erkundigte sich nach dem Verfahrensstand in Sachen „ Adler-Garten“. Herr Bruder berichtete über die Werbemaßnahmen zum Verkauf der Wohnungen. Friedhelm Rinklin sprach Unebenheiten im neuen Fahrbahnbelag in der Dillstraße sowie Behinderungen durch geparkte Autos an einer Stelle an. Karl Meier appellierte für Park-Sperrzonen auf dem Mühlenberg, damit Fahrzeuge auch Platz zum Ausweichen haben. Kritisiert wurde die Missachtung des Parkverbots auf der Hauptstraße zwischen Bahlinger Straße bis ca. Kfz. –Werkstatt.
    Nicola Tschiggfrei sprach den Bedarf an einer noch besseren Ausschilderung des Turmes vom Bahnhof her an. Herr Bruder berichtete hierzu über die bevorstehende Beschilderung. Angesprochen wurde auch der Mangel an gastronomischen Angeboten im Ort für die zunehmenden Besucherzahlen. Herr Bruder konnte hierzu mitteilen, dass erfreulicherweise das Gasthaus Rössle neu eröffnet wird (neuer Pächter).

6.    Fragen der Einwohner/innen
    Angesprochen wurden die Parkbehinderungen in der Dillstraße und auch die Feststellung , dass nach dem Ausbau schneller gefahren wird. Angeregt wurden eine zusätzliche Zufahrtsbeschilderung zum Parkplatz Fohrenbuck sowie auch  Überlegungen zur Einrichtung eines Wohnmobil-Parkplatzes (evtl. beim Hubschrauberlandeplatz?).

Eckdaten der  Jahresrechnung 2005:

FESTSTELLUNG DER  JAHRESRECHNUNG  2005 :
Das Ergebnis der Haushaltsrechnung für das Haushaltsjahr 2005 wird
im Verwaltungshaushalt auf   4.928.050,28 €    
im Vermögenshaushalt auf        801.419,78 €    
zusammen                          5.729.470,06 €    
festgestellt.
Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt beträgt
351.700,35 €
Die im Vermögenshaushalt gebildeten Haushalts-Einnahme-Reste in Höhe von
136.800,00 €    
und die Haushalts-Ausgabe-Reste in Höhe von           555.775,00 €    
werden in das Haushaltsjahr 2006 übertragen.
Der Endbestand der Allgemeinen Rücklage wird nach einer Entnahme von 12.445,48 €    
festgestellt auf 1.613.170,43 €.

Dieter Rinklin, Schriftführer

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