Kurzbericht aus der öffentlichen Sitzung des Eichstetter Gemeinderates vom 25. Juni 2009

 

1.  Erste Änderung des Bebauungsplanes Nohl mit örtlichen Bauvorschriften

     Nachdem während der Offenlage keine Bedenken oder Anregungen eingegangen waren konnte Frau Fischer als Planerin dem Gemeinderat den Abschluss des beschleunigten Verfahrens nach § 13 a Baugesetzbuch durch die Satzungsbeschlüsse vorschlagen. Angesprochen wurden nochmals die drei Inhalte der Änderung und zwar Herausnahme eines Grundstücksteils aus dem Verfahren (Zuordnung zum Ortsbereich) und Klarstellung, dass die festgesetzten Erdgeschoss- bzw. Untergeschossfußbodenhöhen im Gebiet maximale Höhe sind (Unterschreitung somit möglich) sowie Regelung eines Mittelwertes für die Höhenlage von Doppelhäusern. Die Änderung des Bebauungsplanes und der örtlichen Bauvorschriften wurden jeweils als Satzung beschlossen.

2.  Bauplatzvergabekriterien Nohl

Der Gemeinderat hatte sich im Mai 2008 schon mit der Änderung von Vergabekriterien für dieses Gebiet befasst, da sich die Ausgangsvoraussetzungen deutlich von den bisherigen Gebieten unterscheiden. 32 Grundstücke stehen für die Gemeinde bzw. die Kommunalentwicklungsgesellschaft zur Verfügung. Von den früheren Kriterien sollte nur noch die Bauverpflichtung innerhalb von 3 Jahren verbleiben. Dieter Rinklin stellte die Vorschläge zum Verfahrensablauf, die Kriterien sowie auch die vom Gemeinderat erbetenen beiden Varianten einer gezielten Familienförderung für Käufer im Gebiet vor. Diese könnte sich durch einen an der Anzahl von Kindern orientiertem Abschlag vom Grundstückskaufpreis oder unabhängig vom Kaufpreis durch eine direkte Förderung für Kinderbetreuung (im Rahmen eines Pauschalbetrags pro Kind) regeln lassen. Vor- und Nachteile wurden angesprochen. Beispiele anderer Kommunen wurden angeführt. Der grundsätzliche Verkaufsaufpreis in Höhe von 230 €/qm incl. Erschließung ( in zwei Ausnahmefällen 170 €/qm wegen gewerblicher Nutzung) wurde zur endgültigen Festlegung vorgeschlagen. Das Gremium hatte diese Beträge vorab schon nach einer detaillierten Kostenaufstellung und Erörterung zur Abstimmung vorgesehen. In der von Bürgermeister Bruder eingeleiteten Beratung zeigte sich nach mehreren Stellungnahmen aus dem Gremium, dass man eine zunächst in Erwägung gezogene direkte Familienförderung an die Grundstückskäufer nicht mehr umsetzen möchte. Gemeinderat Helmut Schöpflin regte so z.B. an, anstelle dieser Förderung eine entsprechend hohe finanzielle Gesamtsumme allgemein allen Eltern betreuter Kinder durch Senkung des  Elternbeitrags  zu Gute kommen zu lassen. Es wurden auch die finanziellen Leistungen der Gemeinde bei Erziehung, Bildung, Betreuung allgemein angesprochen, also die Förderung weicher Standortfaktoren. Auch diese seien für den Zuzug von Familien wichtig. Bürgermeister Michael Bruder schlug vor, aufgrund der Stellungnahmen über das Ausklammern einer gezielten Familienförderung nun anzustimmen, jedoch nicht gleichzeitig über eine Senkung der Elternbeiträge zu beraten. Eine solche Beratung oder Entscheidung bedürfe noch anderer Argumente und Entscheidungsgrundlagen. Bei zwei Stimmenthaltungen beschloss der Gemeinderat, keine der beiden vorgestellten Alternativen einer direkten Förderung umzusetzen. Über sonstige Maßnahmen wird  der Gemeinderat ab September verhandeln.

Einstimmig befürwortet wurde der Verkaufspreis von 230 €/qm (Ausnahme siehe oben 170 €/qm) incl. Erschließung. Zugestimmt wurde auch den sonstigen Kriterien bzw. dem Verfahren, dass die Interessenten nun in einem konkreten Antragsschreiben die Einhaltung der Bauverpflichtung, die Einhaltung der Bauvorschriften, die Kaufpreiszahlung innerhalb von 6 Wochen nach Beurkundung sowie auch ihre Zustimmung zur Berücksichtigung von sozialen Aspekten bei der Grundstücksvergabe durch den Gemeinderat (bei Mehrfachbewerbungen um einen bestimmten Platz)  anerkennen müssen. Es soll eine erste Bewerbungsrunde laufen, nach der der Gemeinderat über die Vergabe von Plätzen entscheidet. Zugestimmt wurde auch, dass neben der Gemeinde auch die beiden örtlichen Banken (Immobilienabteilungen) vermarkten können bzw. Interessenten vermitteln.

Die Verwaltung wird die vorliegenden Interessenten mit den erforderlichen Unterlagen jetzt informieren, um konkrete Bewerbungen bis Ende August  zur Entscheidung im Gemeinderat (Sitzung im September)  entgegennehmen.

3. Begleitung der offenen Jugendarbeit; Schaffung einer Teilzeitstelle, befristet

Nach dem in der öffentlichen Sitzung vom 14.5. intensiv behandelten Thema der Weiterentwicklung der offenen Jugendarbeit  unter fachlicher Begleitung stimmte der Gemeinderat in dieser Sitzung nun dem Vorschlag zur Schaffung einer auf 2 Jahre befristeten Stelle ( 50% Beschäftigungsanteil) für eine Fachkraft ab September 2009 zu. Diese Stelle soll unverzüglich ausgeschrieben werden. Die Verwaltung wurde zusammen mit dem Jugendbeirat ermächtigt, unter Beratung durch Herrn Rück und Herrn Geserich das Stellenprofil im Detail zu formulieren und die Besetzung zu regeln.

4. Bauanträge

     Ein Umbauvorhaben in der Hauptstraße 149 erhielt das gemeindliche Einvernehmen. Ein zweites Nachtragsbaugesuch Dillstraße 9 a wurde auf Antrag aus dem Gemeinderat vertagt, da man die Gründe der Abweichungen vom genehmigten Plan vom Bauherren oder Planer vor dem Gemeinderat gerne erläutert haben möchte, bevor über die gemeindliche Stellungnahme entschieden wird.

5.  Konjunkturpaket II; Maßnahmen in der Schule und in der Turn- und Festhalle

     Bürgermeister Michael Bruder und Rechnungsamtsleiter Volker Berwing informierten über die vom ermächtigten Bauausschuss im Förderbereich Bildung geregelte Erneuerung der Fenster an der Ostfassade Altbau-Schule. Ein Förderbescheid über 83.376 € liegt vor. Den Auftrag hat die Fa. Held, Freiburg für 142.232,37 € erhalten. Die Ausführung erfolgt in den Sommerferien. Eingebaut werden hochwertige, thermisch getrennte Alufenster. Im Bereich Infrastruktur liegt ein Förderbescheid über 33.601 € vor. Maßnahmen waren im  gebildeten Ausschuss beraten und veranlasst worden durch Ersatz der Glasbausteine in der Turn-und Festhalle durch hochwertige Fenster (ebenfalls Auftrag Fa. Held für 35.132,37 €), Heizungssanierung im Dorfmuseum (Fa. Stein für 9.452 €) und Erneuerung der Beleuchtung in der Turn- und Festhalle auch zur Energieeinsparung. Zu diesem Teil läuft das Verfahren noch. Es ist noch keine Entscheidung getroffen. Der Gemeinderat stimmte den Maßnahmen und den getroffenen Entscheidungen im Bereich der Infrastrukturförderung einstimmig zu.

6.  Bekanntgaben, Anfragen

     Bürgermeister Bruder berichtete über die in diesem Jahr nicht erfolgende Umsetzung des Rosenprojekts, da anstelle der erhofften 50 % nur 30 % Zuschuss aus der PLENUM-Förderung  bewilligt worden waren. Das Projekt möchte man jedoch weiter verfolgen und nicht aufgeben. Gemeinderat Albert Schmidt regte eine umgehende Kontrolle der Funktionsfähigkeit des Rückhaltebeckens im Steinenweg an, da dieses durch Bewuchs, Anlandungen seine Hochwasserrückhalteaufgabe in dieser Form wohl nicht erbringen kann. Ebenso wurde die Vorlage des Pflegeplanes für das neu sanierte Rückhaltebecken im Breitenweg erbeten. Beide Becken seien noch nicht gemäht worden. Gemeinderat Andreas Hiß erkundigte sich nach der Fahrbahnsanierung im Bereich obere Hauptstraße / Lindenplatz sowie dem Wirtschaftswegebau im Eichenlaub. Er bat darum, die Herbstzeit hier zu beachten. Gemeinderat Alexander Lüth schlug die Wegnahme des Werbeplakats Eichstetten am Kaiserstuhl an der Ortseinfahrt auf der Hauptstraße - vor Gould- vor (Zustand und Standort nicht optimal). Gemeinderat Heinrich Meier bat die Verwaltung dringend um Maßnahmen, damit die von Gartenbereichen der Hebelstraße auf den Gehweg Nimburger Straße stark überragenden Hecken von den Eigentümern zurückgeschnitten werden.

     Bürgermeister Bruder bedankte sich nach den stattgefundenen Wahlen nochmals bei allen Kandidatinnen und Kandidaten für Ihre Bereitschaft, bei den Mitwirkenden in den Wahlvorständen für ihren Einsatz und bei Dieter Rinklin für die gute Organisation und Abwicklung.

7.  Fragen der Einwohner/innen

     Haupttema war das in der Sitzung behandelte Nachtragsbaugesuch. Ein Zuhörer lobte die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf Gelblicht.


Dieter Rinklin, Schriftführer

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