Kurzbericht aus der öffentlichen Sitzung des Eichstetter Gemeinderates vom 14. Januar 2010

 

1.  Haushaltssatzung mit Haushaltsplan für 2010

     Bürgermeister Michael Bruder ging zunächst auf die allgemeine wirtschaftliche Situation ein und erwähnte, dass die getätigten Investitionen der öffentlichen Haushalte in der Rezessionsphase doch einiges abgefangen hatten. Hier bewährten sich Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpakets II. Eichstetten hatte 2009 sowohl an mehreren Stellen im baulichen Sektor, aber auch im Bereich Kinder- und Jugendbetreuung investiert. Unter Beachtung der finanziellen Rahmenbedingungen stehen auch 2010 wieder wichtige Projekte an. In seiner umfassenden Erläuterung stellte Rechnungsamtsleiter Volker Berwing anschließend die Eckdaten des vorgeschlagenen Haushaltes 2010 dar. Die für das Zahlenwerk maßgeblichen Grundlagen wurden im Einzelnen begründet. Die Informationen wurden den Sitzungsbesuchern auch in Form einer kleinen Broschüre verteilt und werden auch in die Homepage der Gemeinde eingestellt. Herr Berwing hob die Besonderheit hervor, dass auch Eichstetten wie viele anderen Kommunen den Verwaltungshaushalt 2010 nicht ausgleichen kann, d.h. dass zum Ausgleich eine Zuführung vom Vermögenshaushalt von ca. 520.000 € erforderlich sein wird. Die in der Haushaltssatzung vorgeschlagene Anhebung der Hebesätze für Grundsteuer A und B von 300 auf 320 v.H., bei der Gewerbsteuer von 330 auf 340 v.H. der Steuermessbeträge  wurde auch bezüglich der Auswirkungen für die Steuerzahler an Beispielen erklärt. Es wird hierzu auf die in diesem Nachrichtenblatt ebenfalls veröffentlichte Information im Zusammenhang mit der Haushaltssatzung verwiesen. In der Beratung sah auch Gemeinderat Helmut Schöpflin den Bedarf, dass nach und nach Gebühren anzuheben sein werden, um die anstehenden Aufgaben bewältigen zu können. Im Vorfeld wird man jedoch bisher freiwillige Ausgaben streichen (so die Solarförderung), um zunächst das gemeindliche Einsparpotential zu nutzen. Über 9 Jahre hatte die Gemeinde hier auch Anschubfinanzierung geleistet, was nunmehr in Anbetracht der gesenkten Investitionskosten und der Rendite solcher Anlagen nicht mehr erforderlich sei. Er appellierte an die Politik, für gesetzlich auf die Gemeinde übertragene Aufgaben auch die Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Ohne dies könne man die Aufgaben nicht übernehmen. Ursula Ackermann regte an, in der Öffentlichkeit die von der Gemeinde zu erbringenden Ausgaben wie die Kreisumlage auch betragsmäßig zu benennen. Heinrich Meier sah bei den Investitionen der letzten Jahre – die auch für die derzeitige Finanzsituation mit entscheidend waren – durchaus positiv, dass es Investitionen für die Zukunft waren. Diese sind getätigt  und stehen somit in schwieriger werdenden Zeiten nicht mehr an. Der Gemeinderat beschloss die Haushaltssatzung für 2010 mit einem Gesamtvolumen an Einnahmen und Ausgaben von 8.455.518 € einstimmig. Der ganze Satzungsinhalt ist in diesem Nachrichtenblatt bekanntgemacht.

2. Bericht der Jugendreferentin über die Entwicklung der Jugendarbeit

     Frau Martina Feierabend berichtete über die bisherige Entwicklung ihrer fachlichen Begleitung. Grundlage hierfür war die vom Gemeinderat erwünschte und in Zusammenarbeit mit dem Jugendbeirat angestrebte Neukonzeption in der Jugendarbeit. Mit Bildern stellte Frau Feierabend die nach einem Neuanstrich helle, freundlichere Gestaltung des Jugendraums dar. Insbesondere bei neuen Angeboten für Jüngere konnte sie von einer sehr guten Resonanz berichten. So kommen ca. 12 – 15 Kinder im Alter zw. 9 -12 regelmäßig zu den Treffen mittwochs 16.30 – 18.00 Uhr. An drei Abenden (montags, mittwochs u. donnerstags jeweils bis 19.30 U) ist der Jugendraum auch für Jugendliche über 13 Jahren geöffnet, wobei hier kleine Aktionen unter Begleitung im Vordergrund stehen (so z.B. Pizza backen, Quiz-Aktion u.a.) Zu einem für den 16.1. geplanten Workshop für über 15-jährige ergaben sich leider keine Anmeldungen. Hier wird man neue Angebote untersuchen (evtl. Kletteraktion). Angekündigt wurde ein Video-Projekt „live@eichstetten“ sowie die Aktion Tischtennis Schnuppermobil im Jugendclub am 18.4.2010. Für den 8.5.10 ist die Teilnahme am Tischtennis – Abschlussturnier in Freiburg geplant. Frau Feierabend dankte allen Spendern von Möbelstücken für den Jugendraum, welche zusammen mit Herrn Erschig vom Bauhof abgeholt werden konnten. Bürgermeister Bruder dankte anschließend  auch dem Jugendbeirat, der den Prozess intensiv begleitet. Aus der Elternschaft kommen positive Rückmeldungen zu der Entwicklung. Im Gemeinderat wurde allgemein nochmals festgestellt, dass Party’s im früheren Stil nicht mehr in dieses Konzept gehören. Kleinere Veranstaltungen im Kreis der regelmäßigen Besucher könnten sich dagegen wieder entwickeln. Sven Meier erinnerte an seine eigene Zeit der Mitwirkung im Jugendraum und appellierte dazu, dass die Jüngeren die Übernahme von Verantwortung nach und nach erlernen. Ursula Ackermann sprach Frau Feierabend zum Abschluss Mut zu, in diesem Stil weiter zu arbeiten.

3. Bauanträge

     Zugestimmt wurde einem Neubauvorhaben im Burgunderweg (Nohl). Zu einer Bauvoranfrage für einen landwirtschaftlichen Schuppen im Gewann Mutzgen formulierte der Gemeinderat mehrere Punkte, bei deren Einhaltung man sich ein Einvernehmen für ein solches Vorhaben vorstellen könnte.

4. Bekanntgaben, Anfragen

     Bürgermeister Bruder berichtete über seine Teilnahme an einem sehr erfreulichen Empfang für Philipp Günsch als Sieger bei einem europäischen Wettbewerb als Fahrradmechaniker. Der Empfang fand im Ausbildungsbetrieb in Teningen statt.   

     Herr Bruder berichtete über den in der Phase der Bebauungsplanänderung Steegmatten unerwartet aufgetretenen Konflikt in Sachen Einkaufsmarkt. Hier hatte das zuständige Referat des Regierungspräsidiums auf die nach einer EU-Richtlinie zu beachtenden Abstände zwischen Betrieben nach StörfallVO (Fa. Gould) und einem solchen Markt mit wechselndem Besucherverkehr hingewiesen. Nach Einstellung der Bauarbeiten wurde in intensiven Gesprächen mit allen Beteiligten nach einer neuen Lösung gesucht und erfreulicherweise unter positiver Zusammenwirkung Aller auch gefunden. Das Vorhaben wird nach Süden abgerückt und mit dem Eingang nach Osten gedreht. Die Baugenehmigung mit Auflagen für diesen geänderten Standort steht in Aussicht, sodass die Umsetzung  wieder bevorsteht. Die Bebauungsplanänderung wird mit diesen neuen Vorgaben demnächst fortgeführt.

     Auf Anfrage von Evi Graf teilte Herr Bruder noch mit, dass die Namensgebung für das Tagescafe noch bevorsteht. Ergänzend zu dem Dank von Frau Graf an den Förderverein Eichelspitzturm für die Kostenübernahme für den neuen Grenzstein auf der Eichelspitze (Dreimarker) informierte Herr Bruder darüber, dass dieser Stein im Rahmen der bevorstehenden Kenntlichmachung der Fundamente der früheren Einsiedelei dann offiziell mit eingeweiht werden soll.

5.  Fragen der Einwohner/innen

     Angesprochen wurde die im Haushalt veranschlagte Einlage der Gemeinde in Höhe von 25.000 € als Gesellschafter beim Tagescafe im Schwanenhof (als Betreiber ist eine gemeinnützige Gesellschaft geplant). Bürgermeister Bruder hielt fest, dass die Summe für dieses in den Gesamtkomplex Schwanenhof passende Konzept, auch als Beschäftigungsmöglichkeit für Menschen mit Handicap vertreten werden kann. Er verwies hier auch auf die ebenfalls ungewiss gewesenen Starts beim Schwanenhof und beim Adlergarten. Es wurde noch eine Erweiterung des Winterdiensts angeregt. Ein Zuhörer regte an, Einsparpotential im Informationspavillon beim Bahnhof zu nutzen, um auch dort das  Defizit laut Haushalt zu senken.


Dieter Rinklin, Schriftführer

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