Kurzbericht aus der öffentlichen Sitzung des Eichstetter Gemeinderates vom 18. Februar 2010

 

1.  Auftragsvergabe Straßen-,Kanal- und Wasserleitungsarbeiten Straße Dorfgraben sowie Vergabe Kanalsanierung Mühlgraben (Bereich Wiesenhofstraße)

     Bürgermeister Michael Bruder begrüßte zu diesem Punkt Herrn Thomas Wolf vom Ingenieurbüro Keller. Herr Wolf stellte die Ausschreibungsergebnisse vor. Für die Maßnahme Dorfgraben waren 11 Angebote eingegangen. Mit einstimmigem Beschluss vergab der Gemeinderat die Arbeiten zum günstigsten Angebot von 414.991,67 Euro brutto an die Firma Baldinger GmbH & Co.KG, Merdingen. Acht Firmen hatten Angebote für die Kanalsanierungsarbeiten am ehemaligen Mühlgraben abgegeben. Der Gemeinderat vergab die Arbeiten zum günstigsten Angebot  von 29.246,32 Euro brutto ebenfalls an die Firma Baldinger. Gemeinderat Karl Meier bat das Planungsbüro um besondere Beachtung bei der Sanierung der Leitungen im Graben, damit hier später kein regelmäßiger Reinigungsaufwand entsteht. Zu beiden Bereichen werden noch Angrenzergespräche geführt.

2. Auftragsvergabe Landschaftsbauarbeiten beim Gewerbegebiet Steegmatten

     Vier Angebote waren für diese Arbeiten eingegangen. Der Gemeinderat vergab den Auftrag mit einstimmigem Beschluss an die günstigste Bieterin, die Firma Markus Glatz, Garten- und Landschaftsbau in Freiamt zum Bruttopreis von 34.077,86 Euro.

3.  5.Änderung des Bebauungsplanes Röthenbach I (Flst.Nr. 12461, Im Röthenbach 3)

     Zu dieser Änderung (Baufenstervergrößerung zur Ermöglichung einer Grundstücksteilung und Bebauung mit zwei getrennten Gebäuden /Nachverdichtung)  waren während der öffentlichen Auslegung drei Stellungnahmen von angrenzenden Grundstückseigentümern eingegangen. Dem Gemeinderat wurde das umfassende Prüfungsergebnis der Verwaltung vorgetragen, aus dem sich aufgrund der festgestellten und auch bei Alternativlösungen nicht lösbaren Höhenproblematik im rückwärtigen Erweiterungsbereich des Baufensters eine starke, nicht vertretbare Beeinträchtigung insbesondere des tieferliegenden, nordöstlich angrenzenden Grundstücks ergab. Die Erdgeschossfußbodenhöhe im Erweiterungsbereich könnte dabei um ca. 2,50 bis 3 m über derjenigen des Grundstücks Im Längental 5 liegen. Als Abwägungsergebnis räumte der Gemeinderat mit Mehrheitsbeschluss von 9:2 Stimmen diesen privaten Belangen den Vorrang ein vor dem öffentlichen Interesse der Gemeinde an einer Nachverdichtung sowie auch vor dem privaten Interesse der Antragsteller an einer erweiterten Nutzungsmöglichkeit. Das Änderungsverfahren wird eingestellt bzw. aufgehoben.

4. Interkommunaler Kostenausgleich für die Betreuung auswärtiger Kinder

     Der Gemeinderat stimmte zu, dass zur Umsetzung des interkommunalen Kostenausgleichs nach § 8  a Kindertagesbetreuungsgesetz die Abrechnung nach den vom Gemeindetag und Städtetag empfohlenen Pauschalbeträgen erfolgen soll (unter Berücksichtigung der jährlich fortgeschriebenen Empfehlungen). Gemeinderat Helmut Schöpflin wies hierzu auf ein gutes Angebot in Eichstetten selbst hin, wodurch hier ein evtl. Kostenanstieg vermieden werden könne.

5.  Förderung des Ausbaus der Kindertagespflege in Eichstetten; Bezuschussung an Tagespflegepersonen im Ort

Bürgermeister Michael Bruder erläuterte die Gründe seines Vorschlages zur Bezuschussung von Tagespflegepersonen mit dem Ziel, das Betreuungsangebot für Kinder im Ort weiter zu verbessern. Durch Verbesserungen und Anreize für Tagespflegepersonen und Eltern in Eichstetten kann ein aktiver und gezielter Ausbau dieses Angebotes erfolgen. Es wurde auf das Fördermodell einer anderen Gemeinde verwiesen. Der Gemeinderat befürwortete mit einstimmigem Beschluss die Förderrichtlinien, wie sie in diesem Nachrichtenblatt auch veröffentlicht sind. Der Gemeinderat legte auch fest, dass der Zuschuss für die Betreuung pro Tag auf max. 8 Stunden beschränkt wird. Nach einem halben Jahr wird ein Erfahrungsbericht erfolgen. Gemeinderätin Ursula Ackermann lobte dieses ergänzende Angebot neben den Kleinkindgruppen auch als Erweiterung der Nachbarschaftshilfe.

6.  Antrag des Reit- und Fahrsportvereins Eichstetten e.V. auf Übernahme einer

     Bürgschaft durch die Gemeinde

Rechnungsamtsleiter Volker Berwing erläuterte die rechtlichen Vorgaben. Unter Zugrundelegung des öffentlichen Zweckes „ Freizeitangebot Pferdesport, auch mit dem beabsichtigten Angebot für Kinder /Jugendliche im Rahmen eines offenen Ganztagsangebots Schule“ befürwortete der Gemeinderat die Übernahme einer Ausfallbürgschaft für den Bau des Stallgebäudes auf dem Reitsportgelände und zwar in einer Größenordnung von max. 200.000 € abzüglich von Zuwendungen des Sportbundes. Die Bürgschaftserklärung gilt vorbehaltlich der Genehmigung durch das Landratsamt. Die Gemeinde ist über den abgeschlossenen Pachtvertrag für dieses gemeindeeigene Gelände abgesichert. Geschäftsgrundlage des Gemeinderates für diesen Beschluss ist, dass der Verein auch nachhaltig den öffentlichen Zweck erfüllt.

7.  Annahme von Spenden

     Der Gemeinderat stimmte einstimmig der Annahme  von Spenden nach dem vorgelegten Spendenbericht 2009 zu. Bürgermeister Bruder dankte allen Spendern. Er sprach diesen Dank auch stellvertretend für Frau Inge Jenne aus, da auch die von ihr betreute Jugendbücherei Sachspenden im Rahmen der Jugendförderung in der Gemeinde erhalten hatte.

8.  Bauanträge

     Zu zwei Vorhaben wurde das Einvernehmen erteilt. Bei einem Schuppen für landwirtschaftliche Zwecke im Außenbereich erfolgte der Beschluss mit 6 JA-Stimmen bei 5 Enthaltungen und man möchte keine direkte Zuleitung von Dachflächenwasser in den Vorfluter dulden sowie auch keine Baulast wegen der Zufahrtsregelung übernehmen.

9.  Bekanntgaben

     Informiert wurde über die Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung und zwar Zustimmung zum Ankauf der beiden Grundstücke des Kinderspielplatzes im Dorfgraben durch die Gemeinde von der Katholischen Kirchengemeinde Bötzingen (bisher nur gepachtet bis 2019). Die Kath. Kirchengemeinde soll zwei Baugrundstücke im Nohl erwerben können. Erfreulich war auch der Abrechnungsbericht über die energetischen Gebäudesanierungsmaßnahmen im Jahr 2009 im Rahmen des Konjunkturpaketes II (Sanierung Fenster Schule, Sanierung Glasbausteine und Beleuchtung Turn- und Festhalle sowie Heizung Dorfmuseum). Die jeweilige Abrechnung zu diesen zügig durchgeführten Maßnahmen konnte unter dem geplanten Kostenansatz festgestellt werden.

10. Fragen der Einwohner/innen

     Angesprochen wurde der schlechte Zustand des Wirtschaftsweges bei den Parkplätzen am Sportplatz. Weitere Themen waren der interkommunale Kostenausgleich in der Kinderbetreuung, das Vertrauen von Gebäudeeigentümern in eine gewisse Bestandszeit von bauplanerischen Festsetzungen sowie ein Anhalten der Bewohner im Aumühleschopf der Gemeinde für eine bessere Ordnung im Bereich dieses neu gestalteten Umfeldes. Wegen der Anmerkung zu Bebauungsplanänderungen verwies Bürgermeister Bruder darauf, dass viele Gemeinden ihre Pläne in Bestandgebieten gerade auch für flächensparende Bauweisen und zur Nachverdichtung überarbeiten (Innen- vor Außenentwicklung).  


Dieter Rinklin, Schriftführer

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