Kurzbericht aus der öffentlichen Sitzung des Eichstetter Gemeinderates vom 06. Mai 2010

 

1.  Ergebnisse der weiteren Hydrologischen Untersuchungen und die Auswirkungen auf die Sanierung der Rückhaltebecken; Information  

Bürgermeister Michael Bruder begrüßte zu diesem Punkt Herrn Schuster vom Landratsamt, (Fachbereich Wasser / Boden) sowie die Herren Corbe und Bischler vom Büro Wald u. Corbe. Herr Bruder berichtete, dass bei den bisherigen hydrologischen Untersuchungen auf ein Niederschlag-Abflussmodell des Instituts für Hydrologie der Freiburger Universität aus den 70-er Jahren zurückgegriffen worden war. Damals wurden die hydrologischen Folgen der Großterrassen am Kaiserstuhl untersucht und festgestellt, dass diese zu einer Verminderung der Grundwasserneubildung und zu einer erheblichen Verschärfung von Hochwasser­abflüssen führen. Für die flurbereinigten Gebiete des Kaiserstuhls wurden deshalb entsprechende Parameter für die Berechnungen zugrunde gelegt.

Diese –im Vergleich zu anderen Gebieten- hohen Werte mit den daraus folgenden großen Hochwasserabflüssen ergaben die Notwendigkeit von groß dimensionierten Hochwasserrückhaltebecken. Im Zuge der jetzigen Planungen sollte dieses Niederschlags-Abflussmodell vom Büro Wald und Corbe auf seine Plausibilität überprüft und an die heutigen Verhältnisse angepasst werden.

Berücksichtigt wurde hierbei, dass sich das Abflussbildungsverhalten der flurbereinigten Gebiete nach über 30 Jahren wieder dem typischen Verhalten von Lössgebieten angenähert hat. Für vergleichbare Lössregionen liegen bewährte Modellparameter vor. Herr Schuster erinnerte an die im Sommer 2008 dem Gremium vorgestellten Erfordernisse und Lösungsvarianten. Es kamen dort schon Zweifel auf, ob die Berechnungen noch stimmen konnten. Aus diesem Grund wurden von der Universität Karlsruhe unter Begleitung des Büro’s Wald und Corbe  nochmalige Untersuchungen und Neuberechnungen vorgenommen. Diese Grundlagenberechnungen ergaben deutliche Reduzierungen der Spitzenabflüsse (deutlich geringer, als bisher angenommen). Dies hat entsprechende Auswirkungen auf das für einen 100-jährigen Hochwasserschutz benötigte Rückhaltevolumen. In einer ausführlichen Präsentation erläuterte Herr Corbe die neuen Erkenntnisse mit der Feststellung, dass die weiteren Sanierungs- bzw. Rückhaltemaßnahmen für den Bereich Steinenweg/ Rippach deutlich geringer vorgesehen werden können. Derzeit sei für Eichstetten ein 100-jähriger Hochwasserschutz gewährleistet. Für die geotechnisch erforderliche Sanierung des Rückhaltebeckens Steinenweg wurden Varianten angesprochen, die in nächster Zeit im Detail untersucht und dem Gemeinderat dann zur Entscheidung vorgelegt werden sollen. Herrn Schuster wurde für das Veranlassen dieser Nachprüfungen mit dem nun doch deutlich abweichenden (und kostengünstigeren) Ergebnis gedankt. Gemeinderat Albert Schmidt merkte an, dass trotz dieser neuen Ergebnisse der Zulauf aus dem Rippach das Oberdorf noch gefährde. Dies sollte man nicht unterschätzen. Hier sei noch Überzeugungsarbeit bezgl. der neuen Berechnungen erforderlich. Noch vor der Sommerpause möchte der Gemeinderat konkrete Entscheidungen treffen.  

2. Zweite Änderung des Bebauungsplanes Nohl mit örtlichen Bauvorschriften

     Der Gemeinderat befürwortete die von Frau Dipl.-Ing. Fischer vorgetragenen Vorschläge zur Behandlung der Stellungnahmen aus der frühzeitigen Behördenbeteiligung. Der nur geringfügig überarbeitete Änderungsentwurf wurde gebilligt und zur öffentlichen Auslegung beschlossen.

 

3.  Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ der Deutschen Umwelthilfe e.V.

     Nach der Erläuterung der wesentlichen Inhalte beschloss der Gemeinderat die Mitunterzeichnung dieser Erklärung, mit der Kommunen ihren Willen bekunden, sich für die biologische Vielfalt in Deutschland einzusetzen. Dieser Einsatz wird als wichtiges Ziel erkannt, um sich auch für künftige Generationen lebenswert und attraktiv zu erhalten. Es ist auch die Idee aufgenommen, ein kommunales Bündnis für biologische Vielfalt zu gründen. Aus der Mitunterzeichnung ergeben sich keine finanziellen Anforderungen. Für die Stiftung Kaiserstühler Garten sah Gemeinderat Helmut Schöpflin das Bündnis positiv. Er sprach der Gemeinde den Dank der Stiftung für die gemeindliche Unterstützung aus.

4.  Bauanträge

     Zu einer kleineren Baumaßnahme in der Klarastraße erteilte das Gremium sein Einvernehmen. Ein Antrag auf Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplanes Endinger Straße (Erstellen eines Gartenhäuschens im Gewässerschutzstreifen) wurde nach ausführlicher Beratung vertagt. Hier soll die Verwaltung zunächst die eigene Haftung der Eigentümer im Falle von Hochwasserschäden sichern.

5.  Bekanntgaben, Anfragen

     Informiert wurde aus nichtöffentlicher Sitzung über die Verlängerung des Mietvertrages für das Lagerhaus – Grundstück Bruckmatten 1.Es wurde auch über die um ½ Stunde verlängerte Betreuungszeit in der Kleinkindgruppe Kleine Strolche berichtet. Bürgermeister Bruder sprach noch den am Vortag stattgefundenen Besuch von Herrn Regierungspräsident Würtenberger in Eichstetten an. Erfreulich war hier die Aussage des Regierungspräsidenten, dass er sich noch für die Realisierung des Werkrealschulkonzeptes Bahlingen/Eichstetten einsetzen würde, falls die Schülerzahl bis Mai von bisher 28 (Grund der Ablehnung) noch auf 32 ansteigen sollte.

     Eine Anfrage von Gemeinderätin Evi Graf zu Arbeiten von Steinmetzbetrieben auf dem Friedhof wurde von Bürgermeister Bruder geklärt.

6.  Fragen der Einwohner/innen

     Ein Lob vom Förderverein Eichelspitzturm erging an den Bauhof für die Arbeiten zur Darstellung der Fundamente der früheren Einsiedelei auf der Eichelspitze. Auch Bürgermeister Bruder bedankte sich beim Vorsitzenden Gunther Hiss für das stete Engagement.  Eine offizielle Einweihung der Anlage wird noch erfolgen.


Dieter Rinklin, Schriftführer

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