1. Ergebnisse
der weiteren Hydrologischen Untersuchungen und die Auswirkungen auf die
Sanierung der Rückhaltebecken; Information
Bürgermeister
Michael Bruder begrüßte zu diesem Punkt Herrn Schuster vom
Landratsamt,
(Fachbereich Wasser / Boden) sowie die Herren Corbe und Bischler vom
Büro Wald
u. Corbe. Herr Bruder berichtete, dass bei den bisherigen
hydrologischen
Untersuchungen auf ein Niederschlag-Abflussmodell des Instituts
für Hydrologie
der Freiburger Universität aus den 70-er Jahren
zurückgegriffen worden war.
Damals wurden die hydrologischen Folgen der Großterrassen am
Kaiserstuhl
untersucht und festgestellt, dass diese zu einer Verminderung der
Grundwasserneubildung
und zu einer erheblichen Verschärfung von
Hochwasserabflüssen führen. Für die
flurbereinigten Gebiete des Kaiserstuhls wurden deshalb entsprechende
Parameter
für die Berechnungen zugrunde gelegt.
Diese –im
Vergleich zu anderen Gebieten- hohen Werte mit den daraus folgenden
großen
Hochwasserabflüssen ergaben die Notwendigkeit von groß
dimensionierten
Hochwasserrückhaltebecken. Im Zuge der jetzigen Planungen sollte
dieses
Niederschlags-Abflussmodell vom Büro Wald und Corbe auf seine
Plausibilität überprüft
und an die heutigen Verhältnisse angepasst werden.
Berücksichtigt
wurde hierbei, dass sich das Abflussbildungsverhalten der
flurbereinigten
Gebiete nach über 30 Jahren wieder dem typischen Verhalten von
Lössgebieten
angenähert hat. Für vergleichbare Lössregionen liegen
bewährte Modellparameter
vor. Herr Schuster erinnerte an die im Sommer 2008 dem Gremium
vorgestellten
Erfordernisse und Lösungsvarianten. Es kamen dort schon Zweifel
auf, ob die
Berechnungen noch stimmen konnten. Aus diesem Grund wurden von der
Universität
Karlsruhe unter Begleitung des Büro’s Wald und Corbe
nochmalige Untersuchungen und Neuberechnungen
vorgenommen. Diese Grundlagenberechnungen ergaben deutliche
Reduzierungen der
Spitzenabflüsse (deutlich geringer, als bisher angenommen). Dies
hat
entsprechende Auswirkungen auf das für einen 100-jährigen
Hochwasserschutz
benötigte Rückhaltevolumen. In einer ausführlichen
Präsentation erläuterte Herr
Corbe die neuen Erkenntnisse mit der Feststellung, dass die weiteren
Sanierungs- bzw. Rückhaltemaßnahmen für den Bereich
Steinenweg/ Rippach
deutlich geringer vorgesehen werden können. Derzeit sei für
Eichstetten ein
100-jähriger Hochwasserschutz gewährleistet. Für die
geotechnisch erforderliche
Sanierung des Rückhaltebeckens Steinenweg wurden Varianten
angesprochen, die in
nächster Zeit im Detail untersucht und dem Gemeinderat dann zur
Entscheidung
vorgelegt werden sollen. Herrn Schuster wurde für das Veranlassen
dieser
Nachprüfungen mit dem nun doch deutlich abweichenden (und
kostengünstigeren)
Ergebnis gedankt. Gemeinderat Albert Schmidt merkte an, dass trotz
dieser neuen
Ergebnisse der Zulauf aus dem Rippach das Oberdorf noch gefährde.
Dies sollte
man nicht unterschätzen. Hier sei noch Überzeugungsarbeit
bezgl. der neuen
Berechnungen erforderlich. Noch vor der Sommerpause möchte der
Gemeinderat
konkrete Entscheidungen treffen.
2. Zweite Änderung
des Bebauungsplanes Nohl mit
örtlichen Bauvorschriften
Der Gemeinderat befürwortete
die von Frau
Dipl.-Ing. Fischer vorgetragenen Vorschläge zur Behandlung der
Stellungnahmen
aus der frühzeitigen Behördenbeteiligung. Der nur
geringfügig überarbeitete
Änderungsentwurf wurde gebilligt und zur öffentlichen
Auslegung beschlossen.
3. Deklaration
„Biologische Vielfalt in Kommunen“ der Deutschen Umwelthilfe e.V.
Nach der
Erläuterung der wesentlichen Inhalte beschloss der Gemeinderat die
Mitunterzeichnung dieser Erklärung, mit der Kommunen ihren Willen
bekunden,
sich für die biologische Vielfalt in Deutschland einzusetzen.
Dieser Einsatz
wird als wichtiges Ziel erkannt, um sich auch für künftige
Generationen
lebenswert und attraktiv zu erhalten. Es ist auch die Idee aufgenommen,
ein
kommunales Bündnis für biologische Vielfalt zu gründen.
Aus der
Mitunterzeichnung ergeben sich keine finanziellen Anforderungen.
Für die
Stiftung Kaiserstühler Garten sah Gemeinderat Helmut
Schöpflin das Bündnis
positiv. Er sprach der Gemeinde den Dank der Stiftung für die
gemeindliche
Unterstützung aus.
4. Bauanträge
Zu einer kleineren
Baumaßnahme in der Klarastraße erteilte das Gremium sein
Einvernehmen. Ein
Antrag auf Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplanes Endinger
Straße (Erstellen
eines Gartenhäuschens im Gewässerschutzstreifen) wurde nach
ausführlicher
Beratung vertagt. Hier soll die Verwaltung zunächst die eigene
Haftung der
Eigentümer im Falle von Hochwasserschäden sichern.
5. Bekanntgaben,
Anfragen
Informiert
wurde aus nichtöffentlicher Sitzung über die
Verlängerung des Mietvertrages für
das Lagerhaus – Grundstück Bruckmatten 1.Es wurde auch über
die um ½ Stunde
verlängerte Betreuungszeit in der Kleinkindgruppe Kleine Strolche
berichtet.
Bürgermeister Bruder sprach noch den am Vortag stattgefundenen
Besuch von Herrn
Regierungspräsident Würtenberger in Eichstetten an.
Erfreulich war hier die
Aussage des Regierungspräsidenten, dass er sich noch für die
Realisierung des
Werkrealschulkonzeptes Bahlingen/Eichstetten einsetzen würde,
falls die
Schülerzahl bis Mai von bisher 28 (Grund der Ablehnung) noch auf
32 ansteigen sollte.
Eine Anfrage
von Gemeinderätin Evi Graf zu Arbeiten von Steinmetzbetrieben auf
dem Friedhof wurde
von Bürgermeister Bruder geklärt.
6. Fragen
der
Einwohner/innen
Ein Lob vom Förderverein Eichelspitzturm
erging an den Bauhof für die Arbeiten zur Darstellung der
Fundamente der früheren
Einsiedelei auf der Eichelspitze. Auch Bürgermeister Bruder
bedankte sich beim
Vorsitzenden Gunther Hiss für das stete Engagement.
Eine offizielle Einweihung der Anlage wird
noch erfolgen.
Dieter Rinklin, Schriftführer