Kurzbericht aus der öffentlichen Sitzung des Eichstetter Gemeinderates vom 10. März 2011

 

1.  Einführung getrennter Abwassergebühren; Versiegelungsfaktoren beim Nieder-

schlagswasser

Der Gemeinderat befürwortete einstimmig den von Rechnungsamtsleiter Volker Berwing erläuterten Grundsatzbeschluss über die Faktoren zur Berücksichtigung der unterschiedlichen Versiegelungsgrade beim Niederschlagswasser. Zu Grunde gelegt werden die Empfehlungen des Gemeindetages, wie in verschiedenen Nachbargemeinden auch. Faktor 1,0 soll für nicht wasserdurchlässige Flächen gelten, 0,7 für wenig wasserdurchlässige Flächen, 0,4 für stark wasserdurchlässige Flächen (z.B. Rasengittersteine, Kiesflächen). Auch für Sickermulden und Zisternen mit Notüberlauf wurden verschiedene Faktoren empfohlen. Der Gemeinderat  befürwortete die geplante Öffentlichkeitsarbeit in Form einer besonderen Bürgerinformationsveranstaltung am 6.7.2011 zur Erläuterung der neuen Thematik für die Eigentümer bzw. Gebührenschuldner. Auch die Einrichtung eines Bürgerinformationsbüros zur Unterstützung der Eigentümer beim Ausfüllen der erfolgenden Fragebogenaktion (nach der bevorstehenden Befliegung des Ortes) wird begrüßt.   

2.  Weiterentwicklung der Leitlinien der Gemeinde

Bürgermeister Michael Bruder erläuterte die Gründe für die Überarbeitung / Anpassung  der bisherigen Leitlinien der Gemeinde durch den Gemeinderat. Die neue Version , auch durch Bilder ansprechender gestaltet, ergab sich zum Teil auch durch klarere Formulierungen und durch Anpassung an  die seit der letzten Fassung im Jahr 2001 zwischenzeitlich veränderten Grundlagen. Die zukunftsfähige Entwicklung von Eichstetten soll sich weiterhin nach diesen Leitlinien vollziehen. Es sind wichtige Querschnittsaufgaben und die Themenbereiche Gemeinwesen und Kultur, Wirtschaft, Entwicklung Ländlicher Raum/Region, Umwelt, Energie/Klima, Verkehr, Tourismus und Naherholung sowie Siedlung  angesprochen. Die vom Gemeinderat befürwortete Neufassung ist auf der Homepage der Gemeinde www.eichstetten.de / Bürgerschaftliches Engagement einsehbar. Gedruckte Fassungen lagen für die Besucher aus und können bei Bedarf auch im Rathaus eingesehen oder angefordert werden.

3.  Kleinkindgruppe „Kleine Strolche“ ; Anschaffung eines Wickeltisches

     Nach Beratung stimmte der Gemeinderat dem Verwaltungsvorschlag zu, für die Kleinkindgruppe einen neuen Wickeltisch anzuschaffen und die damit auch zusammenhängenden sanitären Installationsarbeiten ausführen zu lassen. Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf  2.300 Euro und wurden bereits im Vermögenshaushalt 2011 mit vorgesehen. Die Unfallverhütungsvorschriften sind  bei der vorgeschlagenen Ausführung beachtet.

4.  Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung; Grundsatzbeschluss über Ziele und Untersuchung von Standortalternativen und Umfang

     Nachdem schon bei der Bedarfsplanung im  Dezember 2010 die Erweiterung des Platzangebotes für Kleinkinder festgelegt worden war , wurden in dieser Sitzung nun die Ziele der Gemeinde durch Grundsatzbeschluss des Gemeinderates  konkret formuliert:

-       Standortuntersuchung für zentrale Unterbringung  von zwei Kleinkindgruppen

            und einer Kindergartengruppe in Trägerschaft der Gemeinde,

-       Standortuntersuchung für Einrichtung zentraler Verpflegungsraum für gemeinsame Nutzung Schule/ Kindergarten/ Kleinkinder

(entral bedeutet dabei jeweils im Umfeld Schule / Kindergarten)

 

-       Standortlösungen  angedacht durch evtl. Umnutzung von Schulräumen ,  evtl. auch  Anbau an den Gesamtgebäudekomplexes

 

Eine gebildete Arbeitsgruppe unter Einbeziehung aller Beteiligten soll in Zusammenarbeit mit einem im Kindergartenbau erfahrenen Architekten sofort  mit der Erarbeitung von Lösungsvorschlägen beginnen.

Eichstetten hat mit 27,5 % Betreuungsquote bei den unter 3-Jährigen zwar schon ein gutes Angebot erreicht. Um die im Land angestrebten 34 % bis 2013 zu erreichen, bedarf es jedoch weiterer Anstrengungen. Die Kleinkindgruppen sind gefüllt und es bestehen auch Wartelisten.

    

5.  Integratives Projekt Tagescafé; Beratung und Beschlussfassung über die weitere Vorgehensweise

     Einen erneuten Beweis der offenen, sachlichen und sehr positiven Diskussionskultur im Eichstetter Gremium erlebten die vielen Besucher/innen dieser Sitzung bei der Beratung des Thema’s Tagescafé. Eingehend hatte sich der Gemeinderat schon auf der diesjährigen Klausurtagung mit der weiteren Vorgehensweise befasst. Herr Bruder ging zunächst nochmals auf die Vorgeschichte und auch die überregionale Bedeutung des Schwanenhofkomplexes mit Adlergarten und das Wirken der Bürgergemeinschaft ein. Bei diesem weiteren Vorhaben mit der Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Handicap könnte in räumlicher Einheit ein weiterer, zum Konzept passender  Mosaikstein angefügt werden. Gleichzeitig könnte das Angebot für Touristen erweitert werden, da oftmals eine Einkehrmöglichkeit gesucht werde. Es wurde über die geplante Gründung einer gemeinnützigen GmbH mit den Gesellschaftern Gemeinde, Bürgergemeinschaft und Hofgut Himmelreich informiert. Aufgrund der vorliegenden Kalkulation und in Erwartung der angestrebten Zuschüsse sah Herr Bruder gute Chancen, dass sich die Einrichtung mittelfristig selbst tragen kann. Alle anwesenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäten trugen in ihren jeweiligen Stellungnahmen und Diskussionsbeitragen ihre persönliche Einschätzung vor. Es ergaben sich hierbei sowohl Bedenken wegen des finanziellen Risikos der Gemeinde, falls sich das Projekt nicht bewähren würde , als auch befürwortende Argumente und Appelle, mit Mut auch die Chance zu sehen und zu ergreifen, um etwas Besonderes und zu Eichstetten passendes zu schaffen. Das bisherige Engagement der in den Arbeitsgruppen Beteiligten habe eine gute Grundlage geschaffen, die bei der notwendigen, professionellen Geschäftsentwicklungsplanung Chancen biete. Nach intensiver Beratung zu den vorgetragenen Argumenten kam es letztlich mit 6 JA Stimmen, 4 Gegenstimmen, 1 Enthaltung zur Befürwortung des vorgeschlagenen Beschlusses:

     Die Zuschussanträge an den Kommunalverband für Jugend und Soziales und Aktion Mensch werden gestellt. Nach Vorliegen der Bewilligungsbescheide für alle beantragten Zuschüsse in der insgesamt vorgestellten Höhe werden die weiteren Schritte entschieden. Die Gemeinde ist bereit, im Falle der Bewilligung aller Zuschüsse in der einkalkulierten Höhe in das Projekt 84.000 € zur Anschubfinanzierung zu investieren sowie auch die Zwischenfinanzierung für den Aktion Mensch – Zuschuss von 74.000 € zur Verfügung zu stellen.

6.  Bauanträge

     Die zustimmenden Beschlüsse des Gemeinderats betrafen ein Bauvorhaben im Burgunderweg 30 (Nohl) sowie die Erteilung des Einvernehmens zu einer  Befreiung von der festgesetzten Grundstücksmindestgröße ( 1500 qm)  im Gewerbegebiet Bruckmatten in einem Sonderfall.

7. Brunnen auf dem Friedhof; Entscheidung über Erneuerung

Herr Bruder erläuterte den mit dem Arbeitskreis Friedhof abgestimmten Vorschlag, vier weitere frostsichere Stelenbrunnen (wie bereits einer auf dem Friedhof vorhanden)  zum Stückpreis von jeweils  1.630,00 € zzgl. MwSt. anzuschaffen und gleich nach Lieferung zu installieren. Da zwei alte Brunnen defekt waren und nur eine einheitliche Wasserleitung verlegt ist (keine Einzelabstellschieber bisher) musste die Wasserversorgung in letzter Zeit abgestellt bleiben. Herr Bruder konnte berichten, dass jetzt rechtzeitig zum Frühjahr durch eine Übergangslösung die Wasserzuleitung zumindest bei den noch intakten Brunnen wieder geöffnet werden konnte. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Anschaffung der vier neuen Brunnen.

8.  Bekanntgaben, Anfragen

Herr Bruder gab die Gründe für die weitere Beschäftigung von Frau Martina Feierabend als Jugendreferentin der Gemeinde bekannt. Informiert wurde auch über die Aufnahme der Gemeinde in das Projekt ILEK, einem Modellprojekt von Kaiserstuhlgemeinden auch zum Erhalt von Fördermitteln bei kleineren Flurneuordnungsmaßnahmen.

Ein Kompliment für den Gemeindebauhof kam von Evi Graf für die gelungene Gestaltung der Sitzgelegenheit im Dorfgraben Ecke Dorfgraben/Schillerstraße. Ursula Ackermann berichtete von stärkerem Bisamvorkommen am Mühlbach neben dem Radweg nach Bötzingen. Hinweise von Heinrich Meier betrafen das neu installierte Geschwindigkeits- Anzeigerät sowie den verschmutzten Radweg in Richtung Dreisamdamm. Nicola Tschiggfrei sprach die Brunnen beim Friedhof an, die aktuell wieder funktionieren.

9.  Fragen der Einwohner/innen

Themen waren die Befliegung in Sachen „getrennte Abwassergebühr“, Umbaukosten „Tagescafé“, Beseitigung und Ersatz von Bäumen auf dem Friedhof, der beschlossene Wickeltisch für die kleinen Strolche, positive Entwicklung des Dorfgasthauses BOLANDO in Bollschweil als Beispiel für Tagescafé. Im Rückblick zu TOP 4 wurde auch das Angebot der Kindertagespflege in Eichstetten angesprochen sowie die Beachtung der steigenden Kinderzahlen auch für den Schulbereich.


Dieter Rinklin, Schriftführer

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