Kurzbericht aus der öffentlichen Sitzung des Eichstetter Gemeinderates vom 02. Februar 2012

 

1.  Hochwasserrückhaltebecken Steinenweg; Vorstellung des Vorhabens vor der Ausschreibung; Zustimmungsbeschluss

Herr Wolf vom Planungsbüro Zink stellte die Sanierungsmaßnahme nochmals als Grundlage für die Ausschreibung der Arbeiten vor, wie es bei der letzten Behandlung im Gremium gewünscht worden war. Es wurden auch die auf Anregung der Gemeinderäte Karl Meier und Albert Schmidt untersuchten und auch zur Umsetzung mit vorgesehenen zusätzlichen Regenwassereinleitungsmaßnahmen in das Becken aus angrenzenden Gewannen erläutert. Bürgermeister Bruder dankte  für diese Anregungen und die Mitwirkung. Das Becken soll künftig als ungesteuertes Becken betrieben werden. Die vorgesehene technische Ausrüstung ist beschränkt auf eine Messtechnik. Für deren zuverlässigen Betrieb wurde aus den vorliegenden Varianten ein elektrischer Schieberantrieb (über eine noch zu verlegende Anschlussleitung) und eine fest eingerichtete Beleuchtung angeregt. In der Beratung kam es zu weiteren Anregungen im Gremium. Karl Meier bat um weitere Anschlussuntersuchungen, insbesondere aus dem Bereich des ersten Rebbodens im Gewann Steinenweg, evtl., auch zur Vermeidung der geplanten Umrampung des nördlichen Wirtschaftswegs neben dem Becken.  Alternativuntersuchungen wurden auch anstelle einer Umrampung des südlichen Wirtschaftsweges erbeten. Beim Belassen dieses Weges und seines Seitengefälles könnte evtl. ein größerer Einlaufschacht die neue Wasserzuleitung darstellen. Wegen der Wegeveränderungen bat Albert Schmidt darum, die Belange des  landwirtschaftlichen Verkehrs zu berücksichtigen und möglichst wenig zu beeinträchtigen. Er sprach sich dafür aus, eher mögliche Alternativlösungen anstelle von Umbauten an Wegen  vorzuziehen. Sven Meier regte an, beim Zeitplan die Rebbewirtschaftung, insbesondere die Weinlese zu beachten. Bezüglich der über die UNI Freiburg vorgesehenen Datenerhebung und Dokumentation beim späteren Betrieb des Beckens verwies Fachbereichsleiter Dieter Schuster vom Landratsamt auf den Vorteil dieser Abwicklung, da diese Aufgabe ansonsten bei der Gemeinde läge. Helmut Schöpflin regte eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde und der UNI an, damit die Aufgabenerfüllung klar geregelt wäre. Bei einer Stimmenthaltung stimmte der Gemeinderat der vorgeschlagenen Vorgehensweise zu. Die angeregten Untersuchungen sollen zeitnah erfolgen. Vor Ort wird sich der Gemeinderat nochmals treffen, um die Ergebnisse der  angeregten, weiteren Untersuchungen zu besprechen, damit die Ausschreibung erfolgen  kann.

2.  Konzeptvorstellung „Touristische Konsolidierung Kaiserstuhl“ und Grundsatzbeschluss

Bürgermeister Bruder konnte zu diesem Thema Herrn Frank Simoneit vom Institut für Management und Tourismus, Fachhochschule Westküste, Hochschule für Wirtschaft & Technik begrüßen. Zu Beginn seines informativen Vortrages wies Herr Simoneit auf die Vorteile hin, die sich für die Region durch eine Betrachtung des Potentials und der Entwicklungsmöglichkeiten durch das entfernt gelegene  Fachinstitut ergeben. Er stellte den Vorschlag zur Zusammenführung der Aktivitäten zur Regionalvermarktung mit den Zielsetzungen in der „neuen“ Naturgarten Kaiserstuhl GmbH ausführlich dar. Über die Voraussetzungen, Struktur, erforderliche Ressourcen bis zu einem vorgesehenen Finanzierungsschlüssel erstreckten sich die Ausführungen. Es wurde verdeutlicht, dass es nur ab einem entsprechenden Mitteleinsatz sinnvoll erscheint, das Potential der Region Kaiserstuhl und Tuniberg gemeinsam zur Stärkung des Tourismus mit den damit verbundenen , verschiedenen Wertschöpfungen  professionell auszubauen. Es wurde ein Kostenanteil für Eichstetten von  2,7 % an einem Jahresbudget von 450.000 € genannt. Bürgermeister Bruder konnte auch von sonstiger großer Bereitschaft zur gemeinsamen Bündelung der Kräfte  berichten. Im Gremium wurde die Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit durch das Projekt gesehen. Friedhelm Rinklin unterstützte das Projekt, wobei die Gemeinde jedoch auch eigene Aufgaben / Defizite zu bearbeiten habe (Anzahl Betten, Gastronomie), was von Evi Graf auch angesprochen wurde. Mit dem anschließenden, bei einer Stimmenthaltung  gefassten Grundsatzbeschluss setzte der Gemeinderat das Signal zur Mitwirkung. 

3. Zustimmung zur geplanten Maikäferbekämpfung im Hauptflugjahr 2012

       Lothar Höfflin erläuterte den Verwaltungsvorschlag, auch im Hauptflugjahr 2012 die Maikäferbekämpfung über Hubschraubereinsatz am Waldrand vorzunehmen. Die erforderlichen Genehmigungen für den Mitteleinsatz Neem-Azal T/S sind vom Land beantragt und werden rechtzeitig erwartet.  Für eine zusätzliche Bekämpfung auf Böschungen und verwilderten Obstanlagen könnte die Gemeinde über eine zusätzlich zu beantragende Ausnahmegenehmigung tätig werden. Ein Bedarf hierfür wird jedoch  mangels Meldungen über befallene Gehölze an Böschungen nicht gesehen. Der Gemeinderat stimmte der Hubschrauberspritzung und dem Erlass der Allgemeinverfügung zu. Auf eine Bekämpfung durch die Gemeinde außerhalb des Waldrandes wird verzichtet.

4.  Entscheidung über eine Mitgliedschaft im zu gründenden Landschaftserhaltungs-

verband Breisgau-Hochschwarzwald

Nach Erläuterung des Vorschlags zum Beitritt durch Lothar Höfflin unterstützte Helmut Schöpflin die gemeindliche Beteiligung auch unter dem Thema Interkommunale Zusammenarbeit und sah die Vorteile der ressourcenschonenden Bündelung von Kräften. Bürgermeister Bruder sah die Schwerpunkte im Bereich Kaiserstuhl und Hochschwarzwald. Bundesweit haben sich die Landschaftserhaltungsverbände als ein Instrument des kooperativen Natur- und Landschaftsschutzes bewährt. Die Struktur sieht auch eine Behebung von Mängeln vor. Ursula Ackermann sprach die bei der Gemeinde verbleibende Verantwortung an, während der Verband als Partner zur Seite steht. Albert Schmidt begründete seine Einstellung gegen einen Beitritt. Die Stellung des Naturschutzes sei im  Verband fixiert. Aufgaben  könnte die Gemeinde nach seiner Einschätzung selbst übernehmen. Mit 11 JA-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Stimmenthaltung beschloss der Gemeinderat  den Beitritt der Gemeinde zum geplanten Landschaftserhaltungsverband für den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.   

5.  Bekanntgaben, Anfragen aus dem Gemeinderat

Bürgermeister Bruder gab einen Beschluss aus nichtöffentlicher Sitzung ( Ablehnung eines Antrags auf Grundstücksvergabe im Gewerbegebiet Bruckmatten II ) bekannt. Evi Graf sprach bezüglich der neuen Bushaltestelle beim Gewerbegebiet die Frage einer Überdachung an. Ein Bedarf hierfür wurde eher fraglich gesehen. Eine Anfrage von Friedhelm Rinklin zur Straßenbeleuchtung in der Hauptstraße  konnte Karl Meier dahingehend beantworten, dass anstelle einer notwendig gewordenen Beseitigung einer Überspannungsleuchte ein Leuchtenmast erstellt sei.

 6. Fragen der Einwohner/innen

Angesprochen wurde regelmäßig verkehrswidriges Parken auf einer Gehwegfläche an der Hauptstraße und zwar nahe der Einmündung der Endinger Straße. Einen Hinweis gab es zu den beengten Verkehrsverhältnissen durch beidseitig geparkte Fahrzeuge insbesondere Im Längental bei größeren Beerdigungen. Ein Lob wurde dem Gemeindebauhof ausgesprochen für die Aufstellung weiterer Ruhebänke.


Dieter Rinklin, Schriftführer

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