![]() In der Zeit vom 20. bis 24. August besuchte das Ehepaar Noga und Zofia Rosenthal aus Kiryat-Byalik bei Haifa/Nordisrael Eichstetten und wurde, zusammen mit einigen Eichstetter Bürgerinnen und Bürgern, von Bürgermeister Michael Bruder im Rathaus empfangen. ![]() Ursula Kügele aus Wittnau, die sich wegen ihres Großvaters auch mit der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte unseres Ortes befasst hat, verdeutlichte bei der Gelegenheit, wie die Familien Rosenthal und Bloch verwandtschaftlich miteinander verbunden sind. Beide Familien wohnen in Israel in enger Nachbarschaft und erfuhren erst vor kurzem, dass sie sich auf den gleichen Ururgroßvater Samuel Bloch (1818-1883) beziehen können: - Daggi Bloch, Cousin dritten Grades von Noga Rosenthal, kam 2005 mit seiner Familie nach Eichstetten (Bericht), als die Stolpersteine für seine Großeltern Gustav und Mathilde Bloch in der Hauptstraße 27 gesetzt wurden (Stolpersteinverlegung | Gedenkfeier). - Die Großeltern von Noga Rosenthal, Julian und Sophie Rosenthal, wurden 1942 deportiert und ermordet. Heute erinnern zwei Stolpersteine auf dem Freiburger Rathausplatz (vor dem Eingang zum ‚Bursengang’) an sie (Foto bei www.freiburg-schwarzwald.de). Die Mutter von Noga Rosenthal, die ebenso wie Daggi Blochs Vater nach Israel auswandern konnte, arbeitete Anfang der 30er Jahre auf dem ‚Markenhof’ in Unteribental, wo eine zionistisch inspirierte Schule Auswanderungswillige in die für das Leben in Israel wichtigen Landbautechniken einführte. ![]() Rosenthals überreichten Bürgermeister Bruder als Mitbringsel eine sog. ‚Fatima-Hand’, ein Täfelchen, das Schutz bieten soll, und erhielten ihrerseits den 2. Band der Eichstetter Chronik mit dem Kapitel über die jüdische Geschichte in Eichstetten. ![]() ![]() Bei den
Stolpersteinen der Familie Bloch und vor dem Geburtshaus von Sophie
Rosenthal, geb. Bloch
![]() ![]() Anschließend wurden die Gäste durch Eichstetten geführt und konnten dabei den jüdischen Friedhof, das ehemalige jüdische Schulhaus, die Gedenktafel an der Mauer vor der 1938 zerstörten Synagoge und die Stolpersteine auf den Eichstetter Straßen anschauen. Noga und Zofia Rosenthal wohnten bei uns in der Marienstraße – so hatten wir das Glück, mit diesen beeindruckenden Menschen viele Gespräche zu führen und sie auf Exkursionen in die Region zu begleiten: - Nach Schlettstadt
(Sélestat) im Elsass, mit dem Noga
Rosenthals Vater berufliche Verbindungen hatte;
- Auf den ‚Markenhof’, auf dem tatsächlich noch Dokumente über die genannte landwirtschaftliche Schule existieren; - Ins liebliche Liliental, wo wir ausgiebig wanderten; - In den Schwarzwald, wo ebenfalls Spuren der Anwesenheit der Familien Bloch und Rosenthal zu besichtigen waren. Noga Rosenthal hat nach seinem Berufsleben als Sportlehrer an israelischen Schulen noch einmal Touristik studiert, er spricht (wie seine Frau) fließend Deutsch und ist ein gefragter Reiseleiter in Israel. Er hat uns und andere Eichstetterinnen und Eichstetter eingeladen, nach Israel zu kommen und seine Kompetenz nachzufragen. Wir werden der Einladung sicher einmal Folge leisten und hoffen, dass auch andere das tun werden. Text: Manfred und Eva Pelz Fotos: Manfred Breisacher |