Mit einer beeindruckenden Gedenkfeier hat die Gemeinde Eichstetten und der Heimat- und Geschichtsverein des 70. Jahrestages der Deportation der jüdischen Mitbürger nach Gurs gedacht. Ca. 80 Gäste waren in die Aula der Adolf-Gänshirt-Schule gekommen. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Dr. Heinrich Schwendemann (Uni Freiburg) mit dem Thema 22. Oktober 1940: Gurs – eine Etappe zur „Endlösung“. Umrahmt wurde die Feier mit Musikstücken, vorgetragen von Dorothea Rieger (Sopran) und am Klavier begleitet von Martin Müller (Fotos von der Feier).

Für 6504 Menschen, vor allem in Baden, waren auf die alltägliche Diskriminierung am 22. Oktober 1940 Verhaftung und Deportation in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich gefolgt. Wem es bis August 1942 nicht gelungen war, der „Hölle von Gurs“ zu entkommen, der wurde in die Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau oder Sobibor deportiert.

In seinem Schlusswort rief Bürgermeister Michael Bruder zur Toleranz und zum Respekt unter den Menschen auf. Dann lud er zum Gang zum jüdischen Friedhof ein. Mit Kerzen und je einem Kieselstein ging man zum Friedhofstor (Fotos). Dort wurden die Namen der Deportierten verlesen. Mit einem Gebet von Pfarrerin Irene Haßler und dem jiddischen Lied Donna donna, das von Gemeindereferent Hans Baulig gesungen wurde, endete die Feier. Die Anwesenden stellten ihre Kerzen an der Gedenktafel an der Friedhofsmauer ab und legten die Steine auf die Mauer.

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