Enthüllung

der neuen Gedenktafel
an der Synagogenmauer
durch Wiltrude Hene-Lavelle


10. November 2010





Am 10. November 2010 wurde die neue Gedenktafel an der Mauer der ehemaligen Synagoge der Öffentlichkeit übergeben. Sie wurde von dem Eichstetter Steinmetz Joachim Bihl geschaffen und ist zweigeteilt. Im oberen Bereich stellt sie die Synagoge dar und verweist in der Inschrift auf die Zerstörung am 10. November 1938. Im unteren Teil hat der Künstler den Vers 49 aus Matthäus 7 eingemeißelt: Geht so mit den Menschen um, wie ihr selbst behandelt werden möchtet.



v.l. Werner Rinklin (Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins), Wiltrude Henne-Lavell,
Bürgermeister Michael Bruder und Steinmetz Joachim Bihl


Die Enthüllung wurde von unserer ehemaligen jüdischen Mitbürgerin Wiltrude Hene-Lavelle vorgenommen. Nur sie und ihr Bruder Harry sind von den Überlebenden der nach Gurs Deportierten noch am Leben. In ihrem Grußwort gab sie ihrer Freude Ausdruck, dass sie zur Enthüllung der Gedenktafel und zu den Veranstaltungen zum Gedenken an die Deportation nach Gurs am 22. Oktober 1940 eingeladen wurde. Die Zerstörung der Eichstetter Synagoge hat sie selber nicht miterlebt. Sie war zu dem Zeitpunkt in Freiburg in der Schule. Sie sagte: "Jedoch habe ich die Synagoge in Freiburg brennen sehen und war ganz bestürzt, dass man solches mit einem heiligen Gebäude machen konnte."



Nach der Feier traf sich Wiltrude Hene-Lavelle mit interessierten Bürgern zum Gespräch.



Bereits vor der Feier hatten sich ehemalige Klassenkameraden mit Wiltrude Hene-Lavelle im Dorfmuseum getroffen, wo sie bei Kaffee und Kuchen Erinnerungen austauschen konnten. Bürgermeister Michael Bruder dankte ihr bei dieser Gelegenheit, dass sie der Einladung gefolgt ist und dass sie sich trotz ihrer schlimmen Erlebnisse für die Versöhnung einsetzt.

Text und Fotos: Manfred Breisacher

weitere Fotos
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