![]() v.l.: Harry Berkenbrink, Schreinermeister Richard Bär und Roland Ankermann (Köndringen) Foto: Manfred Breisacher |
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Im Rahmen einer Doppelfeier wurde am 27. Mai 2011 die restaurierte Kirchturmuhr an ihrem neuen Platz, dem Foyer der Zehntscheuer, eingeweiht und der 100. “Geburtstag” der alten Linde auf dem Kirchplatz gefeiert. Trotz anfänglicher Regenschauer hatten sich viele Gäste auf dem St. André-Platz vor der Zehntscheuer versammelt. Umrahmt wurde die Feier vom Eichstetter Akkordeonclub und von der Trachtengruppe, die einige historische Tänze aufführte. Für das leibliche Wohl sorgte die Gemeinde Eichstetten und der Förderverein für Orgel- und Kirchenmusik. Die alte Eichstetter Kirchturmuhr ist eine besondere technische Rarität, die 112 Jahre (von 1866 bis 1978) ihren Dienst getan hatte und seither im hinteren Bereich der Eichstetter Kirche aufgestellt war. Im Rahmen der zurzeit laufenden Kirchenrenovierung musste sie nun weichen. Als ein großer Glücksfall erwies sich, dass in dem Eichstetter Bürger Harry Berkenbrink ein Liebhaber alter Technik gefunden wurde, der die Restaurierung spontan in Angriff nahm. Er richtete die mechanische Turmuhr fachmännisch her, so dass sie heute als Museumsstück in der Zehntscheuer zu besonderen Anlässen betrieben werden kann. Die Anschaffung der Turmuhr war in die Amtszeit von Christian Bär (1806 bis 1872) gefallen, der von 1843 bis 1871 Bürgermeister von Eichstetten und in den 1850er Jahren Abgeordneter der II. Kammer der badischen Ständeversammlung war. Ein Nachkomme von Christian Bär, Schreinermeister Richard Bär, fertigte aus Eichenholz die neue Vitrine an, in die die restaurierte Kirchturmuhr dann eingebaut wurde. Der zweite Anlass für die Feier war die Enthüllung der neuen Gedenktafel, die über die alte Linde auf dem Kirchplatz informiert. Diese Linde ist ein Naturdenkmal und wurde am 10. Juni 1911 zu Ehren des 100. Todestages des ersten Badischen Großherzogs Karl Friedrich (1728-1811) gepflanzt. Andreas Fischer, der Vorsitzende des Fördervereins für Orgel- und Kirchenmusik, informierte in einem kurzen Referat über die historischen Zusammenhänge. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Ev. Kirche soll die Gedenktafel bei der Linde auf dem Kirchplatz angebracht werden. Bürgermeister Michael Bruder dankte allen, die sich ehrenamtlich für die Erhaltung der sehenswerten “Zeitzeugen” eingesetzt haben. |