Das "Bruderhäusle" auf der Eichelpitze

 
Am höchsten Punkt der Eichelspitze, einer markanten Erhöhung des Kaiserstuhlmassivs, die sich zwischen Eichstetten und Vogtsburg erhebt, lag das sogenannte "Bruderhäusle". 

Die Einsiedelei mit einer St. Erhardskapelle wurde um 1400 in Sichtverbindung mit dem ehemaligen St. Peterskloster auf dem Neunlindenbuck erbaut. Eichstetten gehörte zur Herrschaft Hachberg und wurde bereits früh reformiert, damit kam es zu Beginn des 16. Jahrhunderts zur Auflösung dieser Einsiedelei. 
 


Ofenkachel mit Reliefverzierung

Pilgermünze des Fiagrius

Geländespuren und Funde legen nahe, dass auf der Bergspitze mindestens zwei von einem Graben umgebene Gebäude standen. Neben der Kapelle bestand das Wohnhaus des/der dort lebenden Eremiten. Von dem Anwesen ist heute nur ein ca. 4 m langes und 2,5 m hohes Mauersegment erhalten, das schon manchem Wanderer Rätsel aufgegeben hat.
 
 
Bauarbeiten in Zusammenhang mit der provisorischen Errichtung eines Aussichtsturmes legten aussagekräftige Funde zum Alltagsleben der dort lebenden Pauliner-Eremiten frei. Darunter befinden sich Ofenkacheln mit Reliefverzierung, Werkzeuge und Geräte und sogar Musikinstrumente (Maultrommeln). Die eigens restaurierten Bodenfunde sind ab dem 9. Juli bis Anfang September im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Freiburg im Colombischlössle (Rotteckring 5) in der Neufundvitrine zu sehen.