Fanny Rosenbusch
(Kurzbiographie)





Fanny Rosenbusch wurde 1864 geboren und war nahe Verwandte, wahrscheinlich Schwester von Simon Rosenbusch. Letzterer wurde 1873 in Schwebheim bei Schweinfurt geboren und war verheiratet mit der Eichstetterin Charlotte Weil (geb.1881). Das Ehepaar hatte ein Kind, den 1913 geborenen Sohn Kurt.
Fanny Rosenbusch
Foto aus der Eichstetter Chronik, Band 2; S. 145
Charlotte Rosenbusch starb bereits 1930 (Grabstein auf dem jüdischen Friedhof), so dass Fanny Rosenbusch möglicherweise in diesem Jahr nach Eichstetten zog, um den Haushalt des Witwers Simon Rosenbusch und dessen 17-jährigen Sohn zu versorgen. Simon Rosenbusch verstarb 1936 (Grabstein auf dem Eichstetter Friedhof). Nach dem Tod des Vaters verließ der Sohn Kurt Deutschland. Er erwarb 1947 die britische Staatsangehörigkeit. Die alleinstehende Fanny Rosenbusch lebte Ende der 30er Jahre zusammen mit den Schwestern Rahel Bloch und Julie Moses sowie Flora Hene und deren Kindern Wiltrude und Harry in Eichstetten in der Hauptstraße 22.

Die bedrückende politische und wirtschaftliche Situation veranlasste Fanny Rosenbusch, im Mai 1940 zu ihren Verwandten nach Schwebheim bei Schweinfurt umzuziehen. Daher wurde Fanny Rosenbusch nicht von der 5 Monate später erfolgten Massendeportation der badischen und Rheinpfälzer Juden nach Gurs erfasst. Im Alter von fast 80 Jahren wurde sie später ins Lager Theresienstadt deportiert, wo sie entweder dort selbst zu Tode kam oder in einem Vernichtungslager ermordet wurde.

Ursula Kügele, Stand Nov. 2006

Stolpersteinverlegung für Fanny Rosenbusch
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