Auguste Hofeler,
geb. Bernheim
und Thekla Kleefeld,
geb. Hofeler
(Kurzbiographien)






Auguste HofelerThekla Kleefeld

Auguste Hofeler         Thekla Kleefeld


Foto aus der Eichstetter Chronik, Band 2; S.144

Auguste (Giddel) Bernheimer wurde am 15.4.1853 in Eichstetten geboren. Sie war das jüngste Kind aus der 2. Ehe des Alexander Levi Bernheimer und seiner aus Breisach stammenden Ehefrau Magdalena Geismar.

1872 heiratete Auguste den in Eichstetten am 22.2.1843 geborenen Handelsmann Theodor Hofeler. Dem Ehepaar wurden 5 Kinder geboren:
Alfred, geb. 15.5.1873
Regina, geb. 21.8.1874
Thekla, geb. 6.7. 1878
Die Zwillinge Sigmund und Anna, geb. 5.6.1880
Nur Sigmund überlebte die ersten Lebensmonate. Über sein weiteres Leben liegen keine Daten vor. Die Familie zählte zu den wohlhabenden, angesehenen Familien in Eichstetten und bewohnte das eigene Haus in der Hauptstr.33.

Während der Sohn Alfred in Eichstetten blieb, haben beide Töchter nach Breisach ausgeheiratet, Regine Kleefeld und Thekla Kleefeld, haben dort Kinder bekommen, sind aber nach dem Tod ihrer Ehemänner wieder nach Eichstetten zu der Mutter gezogen. 1940 wohnte Thekla Kleefeld bei ihrer Tochter Johanna in Freiburg, die dort Sekretärin der jüdischen Gemeinde war. Auguste Hofeler verlor ihren Mann nach 64 Ehejahren; Theodor Hofeler starb am 5.4.1936 im Alter von 93 Jahren.

Der Sohn Alfred Hofeler, Viehhändler in Eichstetten, war verheiratet mit Marie geb. Maier, die bereits 1936 starb. Er versuchte seine Mutter und seine Schwestern so gut wie möglich zu unterstützen, bis ihm im Februar 1937 von Amts wegen der Handel mit Vieh im gesamten Reichsgebiet untersagt wurde (Ausschaltung der Juden aus dem Wirtschaftsleben). Das Ehepaar hatte drei Kinder: Max geb.1906, Arthur geb. 1910 und Ilse. Max wanderte bereits 1936 nach Argentinien aus. Arthur, bis 1935 Reisender für die Papierfabrik Epstein, zog mit seiner Frau 1938 nach Schmieheim, und emigrierte von dort über Großbritannien in die USA. Ilse Hofeler heiratete 1936 Isidor Biedermann aus Gailingen. Das junge Ehepaar und dessen kleine Tochter Marianne (geb. 1938) wurden 1940 von Gailingen nach Gurs deportiert. Die kleine Tochter wurde aus dem Lager gerettet, in die USA gebracht und dort von einem schon früher ausgewanderten Eichstetter adoptiert. Die Eltern Ilse und Isidor Biedermann wurden in Auschwitz ermordet.

Am 22. Oktober 1940 wurden die 87-jährige Auguste Hofeler sowie ihre Kinder Alfred, Regina und Thekla mit ihrer Tochter Johanna in das südfranzösische Lager Gurs transportiert. Dort starb Auguste Hofeler am 8. Januar 1941 an den Strapazen und Entbehrungen der Lagerhaft (Grabstein). „ Wir bestatten sie, fern von der Ruhestätte ihres seligen Mannes, auf dem Friedhof des Lagers, inmitten von fast 900 Leidensgefährten als Opfer unseres Kampfes.“ (siehe Eichst. Chronik Bd.II, S.152)

Thekla Kleefeld
und ihre Tochter wurden 1942 nach weiterer Deportation über Drancy in Auschwitz ermordet. Alfred Hofeler und Regina Kleefeld gelang es in Gurs, in ein südfranzösisches Altersheim verlegt zu werden, wo sie überlebten. Während Alfred nach dem Krieg in die USA ausgewandert ist, wo er 1955 starb, versuchte Regina Kleefeld trotz der grausamen Erfahrungen in Deutschland, in das Eichstetter Elternhaus zurückzukehren. Regina Kleefeld, die in Freiburg ca. ein Jahrzehnt zur Untermiete wohnte, gelang dies nicht, ein beklemmendes, unaufgearbeitetes Kapitel. Sie starb am 1.10.1959, 85-jährig, in der Freiburger Klinik.


Ursula Kügele, Stand September 2007

Stolpersteine für Auguste Hofeler und Thekla Kleefeld | Grabstein von Auguste Hofeler in Gurs
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