Rahel 'Rescha' Bloch
(Kurzbiographie)




Rahel Bloch wurde 1885 in Eichstetten geboren. Ende der 30er Jahre lebte sie zusammen mit ihrer 10 Jahre älteren, verwitweten Halbschwester Julie Moses, geb. Bloch, in der Hauptstr. 22. Der Vater der beiden Frauen war Leopold Bloch, geb.1846, gest. 1906, Kaufmann in Eichstetten. Er war in erster Ehe verheiratet mit der 1853 in Legnau in der Schweiz geborenen Babette Maier.
Rahel Bloch
Foto aus der Eichstetter Chronik, Band 2; S. 145
Aus dieser Ehe stammten 3 Kinder, darunter die 1875 geborene Julie. Nach dem Tod der erst 26-jährigen Mutter ging Leopold Bloch 1880 eine zweite Ehe ein mit der 1857 geborenen Klara Maier, die weiteren 9 Kindern das Leben schenkte, darunter der 1885 geborenen Rachel. Es war keineswegs unüblich, als Witwer Geschwister des verstorbenen Ehepartners zu ehelichen. Die Namensgleichheit kann aber auch Zufall sein; der Geburtsort der zweiten Ehefrau ist in den Akten nicht vermerkt; Klara Maier war wohl nicht Schweizerin.

Die immer schwieriger werdende Situation der jüd. Mitbürger bewog auch ältere Menschen, nach Möglichkeiten größerer Sicherheit zu suchen (siehe Fanny Rosenbusch). Im März 1940 emigrierte Julie Moses in die Schweiz. Man muss davon ausgehen, dass diese lebensrettende Ausreise durch die aus der Schweiz stammende Mutter möglich wurde. Es ist schwer vorstellbar, dass nicht auch Rachel Bloch versucht hätte, in die Schweiz zu gelangen. Es fehlte vermutlich die Schweizer Abstammung. Jedenfalls konnte eine Ausreise nicht mehr rechtzeitig erfolgen vor der Massendeportation der jüd. Mitbürger am 22.10.1940 in das Lager Gurs in den Pyrenäen. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Von 1942 an wurden die Insassen von Gurs über das Lager Drancy bei Paris nach Auschwitz transportiert.

Ursula Kügele, Stand Nov. 2006

Stolpersteinverlegung für Rahel Bloch
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