Isaak Weil, Karoline Seelig geb. Weil, Siegfried Fritz Weil, Walter Weil
(Kurzbiographien)

Isaak Weil
Karoline
Seelig
Siegfried
Fritz Weil

Isaak Weil Karoline Seelig
geb. Weil
Siegfried Fritz Weil Walter Weil

Fotos 1-3 aus der Eichstetter Chronik, Band 2; S. 141, Foto 4 von Herrn Ivan Brookes

Isaak Weil, am 24.1.1866 in Eichstetten geboren, war 8. von 11 Kindern (davon starben 2 im Kindesalter) des aus Orschweier/Lahr stammenden David Weil und seiner aus Eichstetten stammenden Ehefrau Rosa (Reichel) Bickart. Isaak Weil war verheiratet mit Mathilde Bickart, genannt Hedwig. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor:
        Theophil geb.1902
        Julius geb. 1903
        Meta geb. 1907
        Siegfried Fritz geb. 1909
        Walter geb. 1913

Die Tochter Meta wanderte 1935 nach Rotterdam aus; von dort gelang ihr im August 1939 die Flucht nach Großbritannien. Der älteste Bruder Theophil ging im Januar 1935 nach Freiburg und flüchtete später wie sein Bruder Julius über Schanghai in die USA.

Siegfried zog im März 1938 nach Karlsruhe, ging von dort in ein Umschulungslager nach Paderborn zwecks landwirtschaftlicher Ausbildung. Sein Bruder Walter arbeitete damals als selbstständiger Vertreter von Silberbesteckwaren, bis ihm Mitte 1938 die Ausübung des Gewerbes außerhalb des Wohnorts untersagt wurde (Entzug der Gewerbelizenz für Juden). Von den männlichen jüdischen Eichstettern, die nach dem Synagogenbrand am 10.11.1938 deportiert wurden, kehrte Walter als letzter der Häftlinge am 23. Januar 1939 aus Dachau nach Hause zurück. Danach folgte er seinem Bruder in das Umschulungslager nach Paderborn. Da Walter im Frühjahr 1939 offenbar nicht mehr in Eichstetten wohnte, ist er nicht in der Juden-Kennkartenkartei erfasst; es existiert dort kein Foto von Walter Weil. Das oben abgebildete Foto stammt von Herrn Yvan Brookes.

Ziel der Brüder Siegfried und Walter war die Auswanderung nach Palästina. Tragischerweise gelang ihnen das nicht mehr vor den Massendeportationen. Beide wurden in Auschwitz ermordet.

Im Haus Hauptstr. 69 in Eichstetten wohnte Ende der dreißiger Jahre neben dem inzwischen verwitweten Isaak Weil auch seine 1864 in Eichstetten geborene Schwester Karoline Seelig. Sie hatte sich am 17.1.1893 mit Bendix Seelig aus Solz bei Kassel verheiratet und verließ daher Eichstetten. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie als Witwe zurück nach Eichstetten zu ihrem Bruder.

Isaak Weil und Karoline Seelig wurden am 22.10.1940 nach Gurs deportiert. Beide überlebten die in jeder Hinsicht erbärmlichen Lebensbedingungen im Lager Gurs nicht.


Ursula Kügele, Stand September 2007

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