Sophie Weil geb. Epstein
(Kurzbiographie)







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Sophie Weil geb. Epstein wurde am 11.7.1869 in Eichstetten als zweites von 7 Kindern des Viehhändlers Heinrich Marx Epstein und seiner Ehefrau Regina geb. Burger geboren. Die Familie zählte zu den wohlhabenden Familien am Ort.

Am 24.6.1895 verheiratete sich Sophie mit dem am 17.6.1864 in Eichstetten geborenen Handelsmann Ludwig (Elieser) Weil. Beide Ehepartner stammten aus alteingesessenen Eichstetter Familien.

Am 11.4.1896 wurde das einzige Kind, die Tochter Amalie, geboren. Diese ist in den Jahren zwischen den Kriegen von Eichstetten nach Mannheim fortgezogen. Der Ehemann Ludwig Weil starb in Eichstetten am 23.7.1916. Die verwitwete Ehefrau wohnte, nach der Erhebung im Jahre 1936, im Haus Hauptstr.42 (heute Firma Schlecker), wo schon seit langem auch der Witwer Abraham Dreifuss (siehe erster Stolperstein) mit seinem Sohn Max, seiner Tochter Lilly und deren Sohn und Ehemann wohnten.

Im September 1938 – zwei Monate vor der Zerstörung der Synagoge – zog Sophie Weil, fast 70-jährig, in das jüdische Altersheim nach Gailingen am Bodensee. Diese Möglichkeit nutzten einige betagte jüdische Eichstetter, denn dieses Haus war 1898 vom Eichstetter Heinrich Epstein zur Versorgung „Siecher und armer Greise“ errichtet worden. Dadurch erklärt sich auch, weshalb in der Anfang 1939 erstellten photographischen Kartei der jüdischen Mitbürger das Photo von Sophie Weil fehlt.

Die Bewohner des Altersheims wurden von der Deportation der badischen Juden am 22.10. 1940 ebenso erfasst wie die jüdischen Mitbürger Eichstettens. Sophie Weil starb mit 71 Jahren im Lager Gurs.


Ursula Kügele, Stand September 2007

Stolperstein für Sophie Weil
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