Aus Anlass des 60.
Geburtstages von Gunter Demnig (27.10.1947) ehrte die Stadt Köln
den Künstler mit einer Ausstellung über das
Erinnerungsprojekt STOLPERSTEINE (Abb.1).![]() Abb.1
Die Ausstellung zeigt den Werdegang des Projekts von 1990 an. Damals legte Gunter Demnig mit einer Druckmaschine (Abb.2) eine weiße Farbspur quer durch Köln, um den Weg der Deportation von 1000 Sinti und Roma zu markieren. Nach dem Verblassen der Spur ersetzte er das Band an 21 besonderen Stellen des Wegs durch Messingschriftzüge (Abb.3). ![]() ![]()
Abb.2
Abb.3
Die Entwicklung hin zum Gedanken „dezentraler Monumente“, den sog. STOLPERSTEINEN war nicht mehr weit. Seit 1995 wurden bis heute in inzwischen 280 Orten in der Bundesrepublik sowie an einigen Orten in Österreich und Ungarn ca. 12500 Stolpersteine verlegt. Sie sollen an den freiwillig gewählten Wohnorten der jeweiligen Bürger an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnern: an die stigmatisierten, verfolgten, dann ermordeten Gruppen der Juden, Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der Euthanasieopfer, der Homosexuellen, der aus religiösen Gründen Verfolgten... Die Ausstellung zeigt exemplarisch eine Auswahl von Stolpersteinen dieser Bevölkerungsgruppen. Umrahmt wurde die Vernissage von Musik, aufgeführt auf einer von Herrn Demnig entwickelten Klanginstallation „Trompeten von Jericho“ mit Saxophonbegleitung (Abb.4). ![]() Abb.4
Es sprachen Frau Spizig, Bürgermeisterin der Stadt Köln, Prof. M. Schneckenburger, Kunsthistoriker und zweimaliger Organisator der Dokumenta Kassel sowie Uta Franke und Gunter Demnig. Vor der Ausstellungseröffnung fand in den Räumen des Dokumentationszentrums ein Treffen von Vertretern von Stolperstein-Initiativen aus zahlreichen Orten statt (Abb.5). ![]() Abb.5
In dem 2-stündigen Erfahrungsaustausch erhielt man Einblick in die Vorgehensweise von ca. 30 Initiativgruppen. Dabei hatte Frau Kügele die Gelegenheit, die Aktivitäten des Eichstetter Arbeitskreises vorzustellen, wobei Eichstetten das einzige Dorf war im Kreise der vielen Städte, oft Großstädte (Abb.6). ![]() Abb.6
Neben
den Anregungen, die man bei derartigen Zusammenkünften
erhält, soll hier ausdrücklich erwähnt werden, dass die
Eichstetter Vorgehensweise
viel Anerkennung fand auf Grund der
Entschlossenheit, Stolpersteine im Ort zu verlegen ohne Konfrontation,
sondern mit Umsicht und Besonnenheit, mit gutem Kontakt zum
Bürgermeisteramt, mit solider Information der Einwohner, mit
Kontakten zu Nachfahren und Verwandten der ehem. Opfer. Auf Interesse
stießen auch die Interviews des Arbeitskreises mit Zeitzeugen vor
Ort. Ein besonderes Lob galt den
weißen Rosen des
Bürgermeisters, die bei jedem verlegten Stolperstein niedergelegt
wurden. Der insgesamt anregende und informative Charakter dieses
Treffens wird in diesem Jahr in Berlin eine Fortsetzung finden. Text: Ursula Kügele
Fotos:
Dieter Kügele (Abb. 1, 2, 3
und 4),
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (Abb. 5 und 6) |