„Die Entdeckung der Vielfalt"

Natur- und Kulturlehrpfade in Eichstetten



Warum diese Lehrpfade?

Naturräumliche Schönheit der Region

Der Kaiserstuhl bei Eichstetten stellt eine einmalige und liebenswerte Landschaft mit üdlichem Charme und mit ausgeprägter natur- und kulturräumlicher Vielfalt und Individualität dar.

Was den Kaiserstuhl naturräumlich auszeichnet, ist sein Reichtum an seltenen Mineralien, Pflanzen- und Tierarten. Dies ist auf den vulkanischen Ursprung sowie auf seine Lage als Wärmeinsel inmitten der Oberrheinebene zurückzuführen. Gerade auf der Gemarkung Eichstetten ist das Landschaftsbild sehr abwechslungsreich. Es reicht von den typischen Lößhohlgassen, artenreichen Trocken-, Halbtrocken- und Magerrasenflächen und Rebterrassen bis hin zu Mischwäldern auf den Berghöhen. Von 55 Orchideenarten in Deutschland sind alleine 33 am Kaiserstuhl heimisch. Seltene Vögel wie Pirol, Bienenfresser, Eisvogel, Neuntöter und sogar der Wiedehopf leben hier. Daneben sind Raritäten wie mediterrane Flaumeichenwälder, Smaragdeidechse, Gottesanbeterin und unzählige Schmetterlingsarten beheimatet.


Vielfalt dank Agri-Kultur

Für diese einzigartige Vielfalt war und ist die Bewirtschaftungsweise des Menschen von entscheidender Bedeutung. Ohne landwirtschaftliche oder „agri-kulturelle" Bearbeitung durch landwirtschaftliche, garten- und weinbauliche Betriebe wäre der Kaiserstuhl von Wald und Gebüsch überzogen und böte für viele Besonderheiten keinen Lebensraum. Aber auch im Falle einer einseitigen Bodennutzung alleine durch Weinbau, Mais oder Kartoffeln wäre die Landschaft ärmer und böte z.B. mit den Monokulturen einer Maissteppe" nur wenigen Pflanzen und Tieren eine Überlebensmöglichkeit.

So aber zeichnet sich Eichstetten mit seinen über 50 Vollerwerbsbetrieben und über 100 Nebenerwerbsbetrieben unterschiedlichster Ausrichtung durch eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit vielfältigen unterschiedlichen Kulturen aus. Die kleinräumige Nutzung führt zu mannigfaltigen Biotopen und ökologischen Nischen, die der Natur Raum lässt und für eine große Zahl sonst seltener Pflanzen und Tiere das Überleben sichert.

Doch auch die Kultur, insbesondere die Agri-Kultur ist in ihrer Vielfalt kaum zu überbieten. Angepasst an die unterschiedlichen Landschaftformen wie unterschiedliche Klimate hat der Mensch hier den Anbau entwickelt und geordnet: Streuobstbäume stehen einer großen Anzahl von intensiven Obstanlagen gegenüber, in denen mit Niederstammbäumen oder Spalierobst gearbeitet wird. Grosse und kleine Rebterrassen wechseln sich ab, führen zu von Büschen oder von Trockenrasen bedeckten Kleinhängen, abwechslungsreiche Gemüsekulturen beleben die Talsohle und auf den Höhen löst der Mischwald die Rebanlagen ab.


Bürgerbeteiligung definiert den Erhalt der Landwirtschaft als Ziel

Eichstetten legt großen Wert auf die Beteiligung seiner Bürger bei der Gestaltung der Zukunft der Gemeinde. In den Bürgergesprächen haben sich die Eichstetter dafür ausgesprochen, den ländlich-bäuerlichen Charakter des Ortes zu erhalten. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft ist damit eines der wichtigen Ziele im Dorfentwicklungsplan geworden.


Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte fördern

Wir möchten mit diesem Lehrpfad zeigen, dass ohne die bäuerliche Landwirtschaft ein so vielfältiger Natur - und Kulturraum nicht möglich wäre und wir die Landwirtschaft brauchen, um ihn zu erhalten.

Die Eichstetter Betrieb wissen schmackhafte und gesunde Lebensmittel zu produzieren, aber häufig ist die Vermarktung ein Problem.

Schön wäre es, wenn Sie unsere Landwirte dabei unterstützen würden, indem Sie ihre Produkte kaufen. Sie stärken damit regionale Kreisläufe und können dazu beitragen, dass die Betriebe und die Vielfalt in der Landschaft erhalten bleiben.


3 Pfade unterschiedlicher Länge

Entdecken Sie diese Vielfalt selber auf drei Pfaden: die Südroute führt durch das nicht flurbereinigte Gebiet an der Grenze zur Bötzinger Gemarkung (ca. 2,5 Std.), der Nordweg über die flurbereinigten Flächen am Mühlenberg (1,5 Std.) und der Eisvogelweg entlang der alten Dreisam hin zum Nimburger Bahnhof (20 Min.).

Eine Broschüre mit der Beschreibung ist im Rathaus -Infostelle- erhältlich

Lageplan der Pfade (52 KB)     (133 KB)

Neueröffnung des Lehrpfades am 01. Mai 2005

Eröffnung des Lehrpfades am 29. Juli 2001

Fotos von der Exkursion zu einigen Lehrpfaden



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