Vorstandsitzungen waren am 2.
Februar und 19. Juli 2004.
Die Mitgliederversammlung fand
am 27.02.2004 im Nebenzimmer des Gasthauses Rebland statt. Im Anschluss
an den
offiziellen Teil der Mitgliederversammlung zeigte Walter Hiss einen historisch
wertvollen Film zu Themen wie Kaiserstuhlbahn, Weinfeste und Jahrmarkt
in Eichstetten.
Nachstehend sind noch eine wichtigen Daten aus der
Mitgliederversammlung in diesem Tätigkeitsbericht festgehalten:
Die Vorstandschaft wurde in der Versammlung einstimmig entlastet.
Bei den Wahlen wurden wiedergewählt: Werner Rinklin als 1. Vorstand und Wilhelm Meier als Rechner, sowie Ella Berger und Kurt
Friedmann als Kassenprüfer.
In Anerkennung für den überaus großen Einsatz um das
Eichstetter Dorfmuseum und den Aumühlenschopf wurde Erich Berntatz aufgrund eines
einstimmigen Beschlusses der Mitgliederversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.
Dauerausstellungen:
Als
Modellprojekt
der Gemeinde Eichstetten im Rahmen der Lokalen Agenda 21 zum
Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum wurden unabhängig von
der
Ausstellung im Museum ab Januar 2004 in mehreren Sitzungen Leitlinien
zur Eichstetter Baukultur erarbeitet.
In diesem Zusammenhang wurde im Eichstetter Dorfmuseum gezeigt, wie
früher im Dorf gebaut, gewohnt und gelebt wurde und alte
Handwerkstechniken bei den Aktionstagen vorgeführt werden. Martin
Gruber hat als Architekt und Schriftführer des Vereins die Aufgabe
übernommen, die Ausstellung im Museum sowohl im Unter- und
Dachgeschoss
zu organisieren und aufzubauen. Unter Mithilfe seiner Frau und der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seines Architekturbüros und Herrn
Andreas Zeller ist es Herrn Gruber sehr gut gelungen, eine
hervorragende Ausstellung aufzubauen.
Dachgeschoss:
Christel Eichhorn, die Tochter des im Jahre 2000 verstorbenen
Heimatmalers Helmut Vögtlin,
stellte in dankenswerter Weise dem Verein zahlreiche Zeichnungen und
Skizzen zur Reproduktion kostenlos für die Ausstellung „Alte Winkel und Ansichten von Eichstetten“
zur Verfügung.
Scheune:
Damit die Scheune bei Aktionstagen genutzt werden konnte, wurde keine
besondere Ausstellung in der Scheune aufgebaut.
Museumshock und Aktionstage:
Bei fast winterlichem Wetter fand am 9. Mai der Museumshock zur Eröffnung der
Museumssaison statt. Anstelle von kühlen Getränken war der
spontane Ausschank von Glühwein gefragt. Trotz des schlechten
Wetters kamen mehr Gäste als erwartet zum Hock. Viele waren eben
neugierig auf die Ausstellung im Museum.
Am 13. Juni zeigten Friedrich Meier
und ein weiterer Mitarbeiter der Fa. Meier-Heß alte Zimmermannstechniken. Besucher
konnten mit alten Werkzeugen selbst tätig werden, um ihre
Muskelkraft unter Beweis zu stellen. Ein Modellbau eines Holzhauses
wurde von den Zimmerleuten mitgebracht und konnte bewundert werden.
Unter dem Motto „Schmiede das Eisen,
solange es heiß ist“ zeigte Helmut Haug am 11. Juli die
Herstellung von Kettenhaken oder Beschlägen eines Fensterladens an
der vereinseigenen Feldschmiede (Esse). Es wurde gehämmert und
gearbeitet. In der Scheune zeigte Hans Schöberl einen Film aus der
Werkstatt vom „Hauge-Schmied“.
Am 8. August zeigte Kurt Friedmann
mit großer Genauigkeit die Herstellung
eines Fensterladens, zu dem beim Aktionstag im Juli schon die
Beschläge geschmiedet wurden.
Am 10. Oktober wurde wieder wie in den Vorjahren mit viel Begeisterung „Sauerkraut eingeschnitten“ . Viele
Helfer des Vereins halfen dabei, die Arbeit zu bewältigen.
Anna-Maria Schmidt hat als zweite Vorsitzende das Weißkraut
für eine zusätzliche Einnahme dem Verein wieder zur
Verfügung gestellt. Da für das Gedeihen von Kürbissen im
Jahr 2004 kein günstiges Wetter war, musste das
Kürbissschnitzen ausfallen.
Am 14. November, dem letzten Aktionstag im Jahre 2004, war unter dem
Thema „alte Lehmbautechniken“
die Fa. Vitt aus Wyhl
engagiert. Herr Vitt zeigte das Herstellen einer Lehmwand. Wie an allen
vorausgegangen Aktionstagen haben die jeweiligen Handwerker viel altes
Werkzeug mitgebracht und entsprechend erklärt.
Ab 18.00 Uhr versammelten sich die Helfer der Museumssaison zum
gewohnten Abschlussfest.
Da nicht alle Handwerksberufe bei Aktionstagen zum Thema „Eichstetter
Baukultur“ in einem Jahr bei Aktionstagen berücksichtigt werden
konnten, wurde in der Vorstandsitzung am 19.07.2004 beschlossen, das
Thema „Eichstetter Baukultur“ in Verbindung mit „Bauen und Wohnen“ im
Jahre 2005 als Austellungsthema weiter zu bearbeiten.
Gemüsefest
Am 5. September hatten die Vereine, die sich nicht am
Schwiboge-Wifescht beteiligen, Gelegenheit, mit der Bewirtung der
Gäste des Gemüsefestes den Kassenstand zu verbessern. Der
Heimat- und Geschichtsverein verkaufte Brot aus dem Museumsbackofen und
heiße Bauernbratwürste. Die Schlepperfreunde verkauften
Grillwürste und Getränke und hatten eine Austellung mit alten
landwirtschaftlichen Maschinen aufgebaut, deren Betriebsweise gezeigt
wurde.
Arbeitskreis Jüdische Geschichte
Der Arbeitskreis „Jüdische Geschichte“ wurde nach jahrelanger
Pause im Jahre 2004 wieder aktiv. Jens-Peter Möller arrangierte am
17.Oktober eine Besichtigung des
„Blauen Hauses – ehemaliges jüdisches Gemeindehaus“ in
Breisach. 11 Personen aus Eichstetten folgten der Einladung zu diesem
Besuch in Breisach. Frau Walesch-Schneller, Vorsitzende des
Fördervereins Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus erklärte
die Hintergründe und Schwierigkeiten des Wiedereinrichtens dieses
Hauses als Dokumentationszentrum der früheren Breisacher Juden. Es
erfolgte eine Führung durch das Blaue Haus, zum jüdischen
Friedhof und zum ehemaligen Synagogenplatz.
Von der Lessingrealschule in Freiburg erhielt die Gemeinde Eichstetten
und der Heimat- und Geschichtsverein eine Einladung zu einer
Gedenktafelenthüllung am 18.10.2004. Die heutige Lessingrealschule
in Freiburg war während der Zeit der Judenverfolgung durch das
Naziregime eine jüdische Zwangsschule. Bürgermeister Kiechle
und Werner Rinklin sind der Einladung nach Freiburg gefolgt. 2
jüdische Schülerinnen aus Eichstetten mussten diese Schule in
Freiburg besuchen, weil sie in Eichstetten nicht mehr zur Schule gehen
durften. Ehemalige Schülerinnen und Schüler, die den
Holocoust überlebten, wurden als Zeitzeugen von der Schule
eingeladen. Eine von diesen beiden früheren Eichstetter
Schülerinnen ist Frau Wiltrude
Hene-Lavelle. Nach der Feierstunde mit
Gedenktafelenthüllung in Freiburg wurde Wiltrude Hene-Lavelle von
Herrn Kiechle mit nach Eichstetten genommen. Zwei jetzige
Schülerinnen der Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule waren
bei diesem Besuch in Eichstetten mit dabei. Neben einer
Gesprächsrunde auf dem Rathaus wurde der jüdische Friedhof in
Eichstetten, das Haus Merklin wo Frau Hene-Lavelle als Kind kurze Zeit
wohnte, das Eichstetter Dorfmuseum und der erste Stolperstein besucht.
Zur Erinnerung an die Reichskristallnacht, bei der am 10. November 1938
auch die Eichstetter Synagoge in Brand gesteckt wurde, hielt Michael Nathanson am 9. November im
Evang. Gemeindehaus einen Vortrag unter dem Titel „Michael Nathanson
erzählt aus seinem Leben“. Michael Nathanson wurde 1938 als Sohn
einer katholischen Mutter und eines jüdischen Vaters in Berlin
geboren. Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen,
emigrierte die Familie 1939 in die damals internationale Stadt
Shanghai, einer der letzten Zufluchtstätten für jüdische
Flüchtlinge. Dieser Vortrag war mit ca. 80 Personen gut besucht.
Michael Nathanson wohnte mit seiner Famile von 1979 – 1982 in
Eichstetten und freute sich über eine Einladung des Heimat- und
Geschichtsvereins zu diesem Vortrag und über einige bekannte
Gesichter an diesem Abend.
Das Faltblatt mit einem
Auszug der Eichstetter Geschichte in Kurzform sowie zum Gebäude
des Museums mit den Themen der Aktionstage und dem Programm des Museums
wurde erst im Juli herausgegeben.
Die Zahl der Museumsbesucher
wird im Jahre 2004 auf ca. 2.000
geschätzt.
Zu allen Aktionstagen im Museum aktualisierte Manfred Breisacher als Leiter der
Internet-AG auf dem PC im Museum
die Homepage der Gemeinde Eichstetten,
damit sich Interessierte die neueste Präsentation der Gemeinde
Eichstetten im Internet ansehen konnten. Ältere Eichstetter, die
keinen Internetanschluss haben oder noch nicht mit dieser Materie
vertraut sind, nutzen gerne die Gelegenheit sich im Museum über
den Internetauftritt der Gemeinde Eichstetten zu informieren.
Darüber hinaus stellte Herr Breisacher Fotos über die
Aktionstage und die Aktivitäten des Heimat- und Geschichtsvereins
auf dem Homepage der Gemeinde ins Internet.
Bei 14 Arbeitseinsätzen haben die Schlepperfreunde
im Aufmühleschopf die alten Geräte und
Gebrauchsgegenstände instandgesetzt.
3 Mitglieder konnten neu in den Verein aufgenommen werden.