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"Meine 3 Stationen: Kippenheim - Gurs - USA" Zeitzeugenvortrag
von Dr. Kurt Maier (Washington) in Eichstetten 17. Oktober 2007 Dr. Kurt Maier bei
seinem Vortrag in Eichstetten
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| Der Lebensbericht von
Dr. Kurt Maier, der als jüdisches Kind die Verfolgungen in Nazi-
Deutschland noch miterlebt hat, stieß in Eichstetten auf
großes Interesse. Die Aula der Adolf-Gänshirt-Schule war
gefüllt, als Kurt Maier, der heute in Washington lebt, von seinen
Kindheitserlebnissen in Kippenheim, von seiner Zwangsdeportierung in
das KZ Gurs und schließlich von der geglückten Auswanderung
nach New York erzählte. Er
hatte dazu Bilder mitgebracht, von denen einige erst vor 8 Jahren
aufgetaucht waren und von deren Existenz er bis dahin nichts wusste.
Kurt Maier schilderte sein Leben in einem mitreißenden Stil und
verwendete dabei auch jiddische und alemannische
Ausdrücke. Eine Großmutter von Kurt Maier stammte aus Eichstetten, sie war eine geborene Weil. Er selber wurde 1930 in Kippenheim geboren. Seine Eltern hatten einen kleinen Laden, in dem er „nie mehr als zwei Kunden gleichzeitig sah“, wie Kurt Maier schmunzelnd erzählte. Bis 1938 besuchte er die Volksschule in Kippenheim und anschließend - zwangsweise - die jüdische Schule in Freiburg. Ab 1937 durfte sein Vater den Laden in Kippenheim nicht mehr betreiben. Er weiß nicht, wie es seine Familie damals schaffte, ohne jeglichen Erwerb durchzukommen. Die Anfeindungen begannen jetzt auch in Kippenheim. In der Reichspogromnacht wurde dort die Synagoge verwüstet und auch im Elternhaus von Kurt Maier wurden Fensterscheiben eingeworfen. Seine Familie dachte an Auswanderung, aber die meisten Grenzen waren zwischenzeitlich zu und die möglichen Fluchtstaaten hatten enge Aufnahmequoten. Dann schilderte er seine Erinnerungen an den 22. Oktober 1940, als er mit seiner Familie zwangsdeportiert wurde. Er selber und sein Bruder waren an diesem Tag in der jüdischen Schule in Freiburg und ihre Eltern ließen sie dort abholen. Innerhalb weniger Stunden mussten sie das Notwendigste zusammenpacken und den vor dem Haus wartenden Lastwagen besteigen. Ein Foto dokumentiert diese bedrückende Szene. Drei Tage dauerte die Bahnfahrt nach Gurs. Dieses Lager war kein Vernichtungslager, sondern vielmehr ein „Durchgangslager nach Auschwitz“, aber dennoch starben viele der Deportierten an Hunger und Krankheiten. 1941 hatte Kurt Maiers Familie das Glück, dass sich ein in Frankreich lebender Verwandter für sie einsetzte und ihnen half, ein Visum für die USA zu bekommen. Einfach war das nicht: Auf einem Dokument, das für die Überfahrt notwendig war, zählte Kurt Maier ca. 20 Stempel. Über Marseille und Casablanca gelangte Familie Maier in die USA. Aber auch der Neuanfang in den USA war zunächst schwer, da zu jener Zeit die wirtschaftliche Lage auch in den USA schlecht war und man Einwanderern - auch jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland - gegenüber misstrauisch gewesen sei. Von 1952 bis 1954 absolvierte Kurt Maier seinen Militärdienst in der amerikanischen Armee in Baumholder im Hunsrück. Dabei kehrte er 1952 auch nach Kippenheim zurück und besuchte ehemalige Nachbarn, die seiner Familie in den Unterdrückungsjahren geholfen hatten. Seit 1978 ist Kurt Maier Bibliothekar in der Abteilung für deutsche Geschichte und Literatur der Library of Congress in Washington. Seit einigen Jahren kommt Kurt Maier immer wieder nach Deutschland, um hier bei Vorträgen wie diesem in Eichstetten auf seine Lebensgeschichte aufmerksam zu machen. Ein Anliegen ist ihm bei seinen Besuchen in Deutschland auch das Mahnmal-Projekt für Jugendliche in Neckarzimmern. An diesem Projekt will sich auch die Adolf-Gänshirt-Schule Eichstetten beteiligen, worüber sich Frau Renate Kreplin freut, die Herrn Kurt Maier bei seinen Vortragsreisen betreut. Manfred Breisacher
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