Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2007:


Vorstandsitzungen waren am 22.01., 01.10. und 17.12.2007.

Die Mitgliederversammlung war am 25.02.2007 im Saal des Gasthauses „Rössle-Post“.

Die Vorstandschaft wurde in der Mitgliederversammlung einstimmig entlastet.

Wahlen
:
Wiedergewählt wurden:
Anna-Maria Schmidt als 2. Vorsitzende
Martin Gruber als Schriftführer
Wilhelm Meier als Rechner (für ein Jahr)

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung zeigte Hans Schöberl einen Film über das Schmiede- und Schlosserhandwerk, aufgenommen in der Schmiede Haug.

Ausstellungen im Dorfmuseum:

Erdgeschoss:
Bereits während der Planungen zu einer ersten archäologischen Lehrgrabung im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald vom 26.02.-23.03.2007 in Zusammenarbeit zwischen Gemeinde Eichstetten, Volksbildungswerk Bötzingen/March/Umkirch und dem Regierungspräsidium Referat 25 – Denkmalpflege hat Bürgermeister Bruder das Vorstandskollegium des Vereins in der Vorstandsitzung am 27.11.2006 auf die Möglichkeit einer zeitnahen Ausstellung über das Ergebnis dieser Ausgrabung im Jahr 2007 im Museum aufmerksam gemacht. Bei einem Gespräch im Dezember 2006 wurde mit Herrn Dr. Jenisch vom Regierungspräsidium Referat 25 – Denkmalpflege - Landesdenkmalamt, Herrn Breisacher und Herrn Heidiri von der Adolf-Gänshirt-Schule, Bürgermeister Bruder und Vertretern des Vereins Eckpunkte zu einer Ausstellung im Museum besprochen, wobei zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war, ob und welche Fundstücke bei der Lehrgrabung ans Tageslicht kommen.

Bei einem Gespräch mit den Breisgau-Alamannen wurden am 30.01.2007 die Thementage vorbereitet. Diese Gruppe wurde dem Verein durch Herrn Dr. Jenisch empfohlen.

Beschreibung der Ausstellung „Auf den Siedlungsspuren Eichstettens“ (Übersicht):

Die archäologische Ausgrabung im Adlergarten war Gegenstand einer Ausstellung im Erdgeschoss des Heimatmuseums, die inhaltlich von Martin Strotz konzipiert wurde. Die graphische Umsetzung wurde zusammen mit dem Vorstandsmitglied Martin Gruber erstellt. Auf insgesamt 16 Tafeln wurden die im Adlergarten ausgegrabenen Teile des früh- bis hochmittelalterlichen Eichstettens (7. bis 12. Jahrhundert) präsentiert. Eingehend beschrieben vier Tafeln die grundlegenden archäologischen Begriffe und die Vorgehensweise bei archäologischen Ausgrabungen. Darauf folgte eine Tafel, die den Anlass der Grabung - die vom Vereinsmitglied Dr. Horst Stöckl entdeckten frühmittelalterlichen Siedlungsspuren auf dem Nachbargrundstück im Schwanenhof - darstellte. Die restlichen Tafeln befassten sich mit den Ergebnissen der Ausgrabung. Dabei wurden die eigentlichen Baustrukturen beschrieben: insgesamt drei Gebäude, so genannten Grubenhäuser, ein Graben und mehrere Gruben, deren Funktion nicht weiter fassbar war. Aus dem Fundmaterial ließen sich Tätigkeiten des täglichen Lebens ableiten, wie beispielsweise das Weben, sowohl am Webstuhl als auch die Brettchenweberei für die Herstellung von verzierten Borten. Ferner ließen sich Handelsbeziehungen in den nordalpinen Raum belegen. Heimische Produktion war ablesbar an der Keramik, die ein Mineral – das Karbonatit – aus dem Kaiserstuhl enthielt.

Schluss dieses Teils der Ausstellung bildete ein Quiz, bei dem die Besucher aufgefordert waren, mit Ideen den Archäologen zu helfen.

Eine filmische Dokumentation der Ausgrabung im Adlergarten rundete die Ausstellung ab. Hans Schöberl hatte mit seiner Kamera die einzelnen Abschnitte der archäologischen Arbeiten begleitet. Er scheute auch den Blick hinter die Kulissen nicht und verfolgte, was mit dem Fundmaterial passiert, nachdem es aus der Erde genommen worden war.

Den Abschluss der Ausstellung bildeten drei Tafeln, die von fünf Schülern der Adolf-Gänshirt-Schule gestaltet worden waren. Sie waren Teil der Projektprüfung, die eine Reportage über die Ausgrabung beinhaltete (Fotos).

Während der Grabung im Adlergarten bot die Volkshochschule Bötzingen/March/Umkirch Vorträge zu aktuellen archäologischen Themen im Breisgau im Schwanenhof an (Rahmenprogramm):

2. März 2007 Felix Engel, Jungneolithischer Silexbergbau am Isteiner Klotz
9. März 2007 Gabriele Weber-Jenisch, Späte Kelten in Breisgau und am Kaiserstuhl
16. März 2007 Marcus Zagermann, Die spätrömische Festung auf dem Breisacher Münsterberg
23. März 2007 Valerie Schoenenberg, Bad Krozingen-Archäologie eines mittelalterlichen Dorfes (Glöcklehofkapelle)

Für eine fachliche Führung mit Herrn Martin Strotz als Ausgrabungsleiter hat die Gemeinde Eichstetten geladene Gäste für die Präsentation der Ausstellung „Auf den Siedlungsspuren Eichstettens“ im Erdgeschoss am 05. Juli nachmittags um 15 Uhr eingeladen (Bericht | Fotos). Nach der Begrüßung durch Herrn Bürgermeister Bruder und Worten von Dr. Jenisch erläuterte Herr Strotz den Gästen die Funde der archäologischen Lehrgrabung und die Ausstellung.

Dachgeschoss:
Die Ausstellung im Dachgeschoss unter dem Titel „Was fehlt auf dem Wannenberg? Zerstörte Funde auf dem frühmittelalterlichen Friedhof und ihre Rekonstruktion“ wurde unverändert auch im Jahre 2007 dargestellt. Eine nähere Beschreibung dieser Ausstellung ist im Tätigkeitsbericht 2006 zu finden (Infos).

Scheune:
Damit die Scheune bei Aktions- bzw. Thementagen genutzt werden kann, wurde dort keine besondere Ausstellung aufgebaut.

Museumshock: 
Am 13. Mai 2007 wurde bei gutem Wetter mit einem Museumshock (Bericht | Fotos) die Museumssaison eröffnet.

Thementage:
Die Thementage im Jahr 2007 fanden unter Mitwirkung der Breisgau-Alamannen-Gruppe statt, einer Gruppe von Archäologen und Laien, die die Zeit der frühen Alamannen vom 4. und 5. Jahrhundert im Breisgau möglichst detailgetreu darstellen. Ihre Kleidung, Schmuckstücke, Waffen und Handwerksgeräte sind den originalen Fundstücken aus archäologischen Grab- und Siedlungsfunden am Oberrhein nach empfunden. Durch Outfit und alte Handwerkstechniken lassen sie alamannische Lebenswelten wieder lebendig werden. Bei den Thementagen im Eichstetter Heimatmuseum boten sie ein Programm mit vielen Aktionen für Groß und Klein zum Mitmachen und Ausprobieren. (Flyer der Breisgau-Alamannen-Gruppe, pdf 149 KB).

10. Juni 2007 – Waffen und Schmuck der Alamannen (Fotos):
Mitglieder der Breisgau-Alamannen führten in authentischer alamannischer Tracht Handwerktechniken der Alamannen vor. Gezeigt wurde: Schmieden von Eisenmessern und Waffen Gürtelbleche aus Bronze punzieren Glasperlenketten selbst zusammenstellen Das Schießen mit dem alamannischen Langbogen

08 Juli 2007 – Häusliches Handwerk der Alamannen (Bericht | Fotos):
7 Mitglieder der Breisgau-Alamannen zeigten das weben von Brettchenbänder, wie mit der Spinnwirbel Wolle gesponnen und mit Naturmaterialien Wolle gefärbt wurde. Kinder durften aus Tierknochen Anhänger herstellen und als Höhepunkt wieder mit dem alamannischen Langbogen schießen.

12. August 2007 – Knochenschnitzen, Drechseln und Glasperlen herstellen (Bericht | Fotos):
Mit einer einfachen Drechselbank wurde die Bearbeitung von Holz demonstriert. Der Knochenschnitzer zeigte was die Alamannen früher aus Tierknochen und Hirschgeweihen hergestellt haben. Mit einer Dreule einer Art Handbohrmaschine mit einem Schwungrad aus Blei konnten die Augen in Knochenwürfel gebohrt werden und danach bei römischen Spielen verwendet werden. Auch wurde die Herstellung von Glasperlen gezeigt. Glasperlen wurden in großer Zahl auf dem Gräberfeld auf dem Wannenberg gefunden. Ebenso durften die zahlreichen Besucher wieder mit dem alamannischen Langbogen schießen. Ein Dank verdient Fam. Erwin Trautwein, dass sie dem Verein einen Teil des Rasenplatzes für das Bogenschießen und andere Vorführungen zur Verfügung stellte.

14. Oktober 2007 - Einschneiden von Sauerkraut (Bericht | Fotos):
Wie immer waren bei diesem Thementag viele Helferinnen und Helfer vom Verein im Einsatz. Es wurde so manches „Sauerkrautständle“ gefüllt und schon bei Halbzeit waren alle Krautsköpfe verarbeit so dass noch Nachschub besorgt werden musste. Das Kraut wurde dem Verein zur Stärkung der Kasse von Anna-Maria Schmidt, Frieda Hornecker und Richard Trautwein gespendet. Damit es den Kindern bei so einer hauswirtschaftlichen Aktion nicht langweilig wird konnten sie ihre Aktivität mit dem schnitzen von Kürbissen unter Beweis stellen.

12. November – Kleidung, Schrift und Spiele der Alamannen (Bericht | Impressionen):
Zum Abschluss der Museumssaison kamen wie gewohnt wieder zahlreiche Besucher, wobei auch der 4. Auftritt der Breisgau-Alamannen-Gruppe bei den Besuchern gut angekommen ist. Höhepunkt an diesem Nachmittag war eine alamannische Modenschau wo auch Bürgermeister Bruder und weitere Dorfbewohner in verschiedenen Alterstufen sich als „Model“ zur Verfügung stellten. Außerdem wurde an diesem Tag die germanische Runenschrift, das Spinnen, Brettchenweben und römische Spiele erklärt.
Auch im Buchus wurde an diesem Tag tüchtig gearbeitet. Ab 18.00 Uhr versammelten sich die Helferinnen und Helfer der Museumssaison, die Vorstandsmitglieder zum gewohnten Abschlussfest. Mit dabei waren auch die Breisgau-Alamannen. Frau Dr. Christel Bücker betonte, dass sich ihre Mitarbeiter in Eichstetten wohl gefühlt haben.

Arbeitskreis Jüdische Geschichte

Von den Spendengeldern auf dem Sonderkonto konnten am 29.09.2007 an sieben Stellen weitere 17 Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt werden (Bericht). Somit sind in Eichstetten an 13 Stellen 33 Stolpersteine verlegt.

Unter dem Titel "Meine 3 Stationen: Kippenheim-Gurs-USA" fand am 17. Oktober ein Zeitzeugenvortrag von Dr. Kurt Maier (Washington) in der gut gefüllten Aula der Adolf-Gänshirt-Schule statt (Bericht | Fotos). Der Lebensbericht von Kurt Maier, der als jüdisches Kind die Verfolgungen im Nazi-Deutschland noch miterlebte, stieß auf großes Interesse. Kurt Maier schilderte seine Kindheitserlebnisse in Kippenheim, seine Zwangsdeportierung nach Gurs und schließlich die geglückte Auswanderung nach New York. Eine Großmutter von Kurt Maier stammte aus Eichstetten. Ein Anliegen ist ihm bei seinen Besuchen in Deutschland auch das Mahnmal-Projekt für Jugendliche in Neckarzimmern. An diesem Projekt beteiligt sich auch die Adolf-Gänshirt-Schule Eichstetten (Fotos vom Mahnmal-Projekt der Schule). Der Zeitzeugenvortrag von Kurt Maier wurde von Pfarrer Martin Hassler organisiert.

Arbeitskreis Schlepperfreunde
Die Traktorenfreunde Eichstetten präsentierten am 3. Juni am Aumühlenschopf alte Traktoren (Bericht | Fotos). Liebhaber dieser Oldtimer konnten Marken wie Eicher, Fendt, Hanomag, Kramer und einen Lanz-Bulldog von 1955 bewundern. Auch verschiedene alte Arbeitsgeräte wie Wende- und Beetpflüge, Mäh- und Sämaschinen waren ausgestellt.
Jahresrückblick 2007 des Arbeitskreises Schlepperfreunde

Beim Brauchtumsnachmittag des Schwiboge-Wifeschtes beteiligte sich eine Gruppe am Festumzug zum Thema „Wie ´s Vereinslebe agfange het“ mit einem Hummel-Einachsschlepper (Fotos).

Insgesamt waren die Schlepperfreunde bei 18 Arbeitseinsätzen mit 300 Arbeitsstunden tätig. Dabei wurden schwerpunktmäßig im Aumühlenschopf alte Geräte und Maschinen instand gesetzt.

Museumsführungen außerhalb der Öffnungszeiten:
Durch den 1. Vorsitzenden wurden nachstehend aufgeführte Museumsführungen durchgeführt.

Am 21.04.07 feierte Frau Inge Thober ihren 75. Geburtstag. Zusammen mit der Geburtstagsgesellschaft besuchte die Jubilarin das Museum.

Während des Besuches der französischen Partnergemeinde St. André in Eichstetten war am 19.05.07 eine Führung.

Das Lehrerkollegium der Grund- und Hauptschule Bahlingen besuchte am 22.10.07 das Museum.


Die Zahl der Museumsbesucher wird im Jahre 2007 auf ca. 850 geschätzt (an den 6 offiziellen Öffnungstagen ca. 750 und an weiteren Führungen ca. 100).

Eine Einladung des Geschichtsvereins Riegel haben am 02.10.07 Bürgermeister Bruder und Werner Rinklin zu einen Treffen von mehreren Geschichtsvereinen vom Kaiserstuhl und weiteren Umgebung wahrgenommen.

Das Faltblatt mit einem Auszug der Eichstetter Geschichte in Kurzform sowie zum Gebäude des Museums mit den Themen der Aktionstage und dem Programm des Museums wurde rechtzeitig herausgegeben. Dieses Faltblatt wurde im Rathaus, in den Banken und in Geschäften zur Mitnahme angeboten. Wie in den Vorjahren hat Manfred Breisacher dieses Faltblatt für den Verein erstellt.

Manfred Breisacher als Leiter der Internet-AG auf dem PC im Museum die Homepage der Gemeinde Eichstetten, damit sich Interessierte die neueste Präsentation der Gemeinde Eichstetten im Internet ansehen konnten. Ältere Eichstetter, die keinen Internetanschluss haben oder noch nicht mit dieser Materie vertraut sind, nutzen gerne die Gelegenheit, sich im Museum über den Internetauftritt der Gemeinde Eichstetten zu informieren. Darüber hinaus stellte Herr Breisacher Fotos zu den Thementagen und die Aktivitäten des Heimat- und Geschichtsvereins auf der Homepage der Gemeinde ins Internet.

Im Vereinsjahr 2007 hat der Verein 2066 € für die Ausstellungen im Museum und Thementage aufgebracht. Mit 7.680 € Einnahmen und 6.962 € Ausgaben wurde im Jahr 2007 ein kleiner Überschuss von 717 € erwirtschaftet.

Mitgliederbewegung: 2 Mitglieder konnten neu in den Verein aufgenommen werden. 5 Mitglieder sind verstorben, 1 Mitglied hat gekündigt (Wegzug).
Mitgliederzahl am 31.12.2007: 186

Werner Rinklin (1. Vorsitzender) und Martin Strotz

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