Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden für das Jahr 2009:

Vorstandssitzungen:
Im vergangenen Vereinsjahr 2009 fanden 4 Sitzungen des Gesamtvorstandes statt. Diese waren am 21.01., 29.04., 10.06. und am 08.12.2009. Zusätzlich kam der engere Vorstandskreis vor allen Thementagen zusammen, um deren Abwicklung zu besprechen.

Mitgliederversammlung:
Die Mitgliederversammlung war am Freitag, dem 27.02.2009, im Saal des Gasthauses „Rössle-Post“. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung zeigte Hans Schöberl einen Film über das erste Traktorentreffen in Eichstetten im Jahre 1993.

Nachstehend sind noch 4 wichtige Dinge aus der letzten Mitgliederversammlung festgehalten:

1. Die Vorstandschaft wurde in der Versammlung einstimmig entlastet.
2. In der Nachfolge von Martin Gruber wurde Annette Hornecker als Schriftführerin und Claudia Gruber-Breuer als stellvertretende Schriftführerin neu in den Vorstand gewählt (Bericht).
3. Anna-Maria Schmidt wurde in ihrem Amt als 2. Vorsitzende bestätigt und wiedergewählt.
4. Karl Meier, der Vorsitzende der Gewerbevereinigung Eichstetten e.V. überreichte an den Heimat- und Geschichtsverein Eichstetten e.V. einen symbolischen Scheck über 2.110 € aus der Aktion „Spenden statt Schenken“ – zweckbestimmt- für eine Ausstellung für das Jahr 2010 zum Thema „Einkaufen einst und jetzt in Eichstetten“.

Ausstellung im Dorfmuseum:

Erdgeschoss:
Aufgrund der guten Resonanz aus dem Vorjahr wurde die Geschichte der Eichstetter Gasthäuser ein weiteres Jahr im Erdgeschoss präsentiert. Diese Ausstellung war auch im 2. Jahr ein voller Erfolg. An den Thementagen von Juni bis November kamen jeweils viele Besucher. Manchmal war so viel los, dass die Sitzplätze im historischen Gasthaus „Obere Schule“ nicht mehr ausreichten. Ab August konnten die bestellten Museumsboten zum Selbstkostenpreis von 7,50€ je Exemplar erworben werden. Eine ausführliche Beschreibung dieser Ausstellung ist im Tätigkeitsbericht von 2008 zu finden.

Dachgeschoss:
Am Museumshock am 17. Mai 2009 wurde im Dachgeschoss die neue Dauerausstellung mit dem Titel „Die Geschichte des Dorfes Eichstetten“ eröffnet. Diese Ausstellung wurde von der Archäologin Frau Valerie Schoenenberg erarbeitet. Auf knapp 40 Quadratmetern wird mit 12 Texttafeln und zahlreichen Exponaten die Eichstetter Dorfgeschichte von der Steinzeit bis heute aufgezeigt. Die Grundlage hierfür bildeten die beiden Chronikbände vom Historiker Dr. Thomas Steffens, deren einzelne Epochen Frau Schoenenberg exemplarisch mit wichtigen Aspekten der Dorfgeschichte verknüpfte. Die für Eichstetten typischen Merkmale, wie „z`Märkt go“, die Anfänge des ökologischen Landbaues, der sich bis zur Stiftung „Kaiserstühler Garten“ mit dem Samengarten fortsetzt, durften nicht fehlen. Aber auch andere Themen, wie die Auswanderung, die beiden Weltkriege, die jüdische Geschichte, der Flüchtlingsstrom nach dem 2. Weltkrieg, die Einführung der Elektrizität, die Gründung der Winzergenossenschaft, sowie die Rebumlegungen sind dabei. Die Badische Zeitung berichtete unter dem Titel: „Ein Speicher voller Dorfgeschichte(n)“ über diese Ausstellung und lobte die sehr gute Darstellung.

Scheune:
Damit die Scheune bei Aktions- bzw. Thementagen genutzt werden konnte, wurde dort keine besondere Ausstellung aufgebaut.

Museumshock:
Parallel zu dem verkaufsoffenen Sonntag der Gewerbevereinigung mit dem Titel: „Eichstetten aktiv“ fand unser Museumshock am 17. Mai 2009 statt. Erstmals wurden wir von den Landfrauen bei dieser Aktion unterstützt. Der Hock war gut besucht, unsere neue Ausstellung im Dachgeschoss, sowie die Geschichte der Eichstetter Gasthäuser zogen viele Besucher an. Das Speise- und Getränkeangebot wurde gut frequentiert. Am Abend waren alle Aktiven müde, aber sehr zufrieden.
(Fotos vom Hock)

Thementage:
21. Juni 2009 – Alles rund um das Bier
(Bericht):
Obwohl das Thema Bier bereits letzte Saison Gegenstand eines Sonntags war, war der Besuch gut. Neben den regelmäßigen Museumsbesuchern, konnten dieses Mal viele neue Gesichter für die Ausstellung begeistert werden. Kaffee und Kuchen war gefragt, ebenso wie die Salzbrezeln zum Bier. Rettiche und Bierbrot verkauften sich dagegen eher schleppend.

19. Juli 2009 – Wein und Weinetiketten (Bericht):
Karl Schmidt zeigte seine beeindruckende Sammlung von Weinetiketten und Weinkisten. Besonders waren die heimischen Weinetiketten der letzten 30 Jahre bei unseren Besuchern gefragt. Die Resonanz war trotz der Weinnacht am Vortag gut, ebenso verkauften sich Kaffee, Kuchen und Schinkenbrötchen sehr gut, während von unseren Käsebrötchen noch ein Rest übrig blieb.

16. August 2009 – Sommer - Sonne - Eis (Bericht):
Erstmals luden wir in den Mitteilungsblättern von Bötzingen und Gottenheim zu diesem Aktionstag ein und konnten viele fremde Gäste begrüßen. Selbstgemachtes Bauernhofeis und Eiskaffee erwiesen sich als Renner. Den ganzen Nachmittag riss die Schlange an Besuchern nicht ab.

20. September 2009 – Herbstzeit – Erntezeit – Zeit zum Genießen (Bericht):
Dieser Thementag lockte riesige Besucherströme ins Museum. Viele beobachteten gespannt, wie aus Äpfeln, Birnen und Trauben Saft gepresst wurde und kosteten diesen anschließend. Bemerkungen wie:“ So etwas Gutes kann man halt nicht kaufen“ hörten wir an diesem Tag öfters. Im Backhaus kam Anna-Maria Schmidt und ihr Team ins Schwitzen, alle Zutaten für den Flammen und Griebenkuchen mussten mehrmals nachgeholt werden. Auch in der Küche war der Bedarf an Nachschub groß. Alles in allem war dieser Sonntag zwar für die Helfer recht aufreibend, aber ein schöner Erfolg.

18. Oktober 2009 – Musik in den Wirtschaften – Kürbisschnitzen für Groß und Klein (Bericht):
Draußen unter einem Zelt schnitzten viele Kinder trotz eisiger Kälte ihre Kürbisgesichter Drinnen zeigte Harry Berkenbrink wie aus alten Grammophons und Radios die Musik früherer Zeiten klang (Fotos). Mit viel Liebe und Aufwand hatte er diesen Schmuckstücken wieder Leben und Klang einverleibt. Ab ca. 16. 00 Uhr war dann Lifemusik angesagt. Helmut Wahrer, Rudi Uricher, und Jannik Rinklin, sowie 6 Blechbläser aus Merdingen brachten das Gasthaus „Obere Schule“ zum Beben. Unsere Wirtschaft platzte aus allen Nähten. Ein Gast zählte im Innenraum 180 Besucher. Die Stimmung riss bis spät in den Abend nicht ab. Das begeisterte Publikum sang, klatschte und schunkelte zu den alten Gassenhauern. Unser Speiseangebot mit Kaffee und Kuchen, sowie Schäufele mit Kartoffelsalat war restlos ausverkauft (Fotos).

18. November 2009 – Wirtschaften als Vereinslokal und Saisonabschluss (Bericht):
An unserem letzten Thementag strömten trotz des verkaufsoffenen Sonntages viele Besucher in unser Gasthaus „Obere Schule“. Kaffee und Kuchen, sowie unsere Spezialitäten aus dem Lehmbackofen fanden reißenden Absatz. Als gegen 16.30 Uhr Mix Dur mit Weinliedern und einigen Balladen die Besucher verzauberte, platzten unsere alten Gemäuer schier aus allen Nähten (Fotos). Als Dankeschön überreichte Werner Rinklin ein Weinpräsent, sowie einen mit Rotwein gefüllten Riesenrömer, der nachdem er die Runde gemacht hatte, einigen Sängerinnen und Sängern weitere Weinlieder entlockte.

Gegen 20.00 Uhr kamen dann Vorstandsmitglieder und Helfer der diesjährigen Saison zum gemütlichen Saisonabschluss zusammen. Werner Rinklin zog ein kurzes Fazit über eine gelungene Saison und bedankte sich bei allen Anwesenden.

Besondere Veranstaltungen:

Am 1. Februar 2009 kamen ca. 60 Besucher zu einem ersten „Lichtgang-Obe“ ins Dorfmuseum“. Der Verein hatte die in Eichstetten aufgewachsene Mundartdichterin Erna Sonner aus Oberbergen eingeladen. Bevor Frau Sonner aus ihren alemannischen Werken vorlas, gab Werner Rinklin einen kleinen Überblick über Sitten und Traditionen zum Thema „Lichtmess“. Danach trug Frau Sonner ihre Werke in Kaiserstühler Mundart vor (Bericht).

Am 19. Februar 2009 hatte der Verein zu einem Bild-Vortrag von Dr. Thomas Steffens „Die Swestern ze Eistat und andere Closner(innen) im Breisgau“ eingeladen. Im Breisgau hat es an vielen, selbst kleinen Kirchen, solche „Inklusorien“ gegeben. Dazu gehörte die „Close“ in Eichstetten, die zwischen 1300 und 1550 existierte. Der Abend war gut besucht, auch von auswärtigen Gästen. Dieser Vortrag war ein Geschenk zum 20-jährigen Vereinsjubiläum von Dr. Steffens
(Bericht).

Nikolaus-Cego am 6.12.2009: Ab 18.00 Uhr öffnete das Gasthaus „Obere Schule“ zum Cego spielen seine Pforten. Schon bald waren 5 Tischgruppen beisammen und spielten bis gegen Mitternacht. Eine Anfängergruppe, die von Herrn Gustav Rinklin betreut wurde, erlernte an diesem Abend die Grundzüge dieses Traditionsspiels. Zwischen den Spielrunden gab es Knack- und Bauernwürste zur Stärkung.

Cego zwische de Johre am 29.12.2009: Auch an diesem Abend war unser Gasthaus mit Cego-Liebhabern und Anfängern gut gefüllt. Bei ausgelassener Spielfreude wurde bis in die Morgenstunden gespielt, somit war der Weihnachtsbraten verdaut und man hatte an der Ausdauer für Silvester trainiert.


Arbeitskreis Jüdische Geschichte

Am 23. Mai 2009 wurden die vorläufig letzten 5 Stolpersteine von Gunter Demnig verlegt. Somit gibt es in Eichstetten insgesamt 46 Stolpersteine vor 20 Häusern, die alle aus Spendengeldern finanziert wurden.

Unter dem Titel "Lebensläufe jüdischer Familien aus Eichstetten vor, im und nach dem Nationalsozialismus" referierten Ursula Kügele, Nadja Kempf und Christina Weiblen vor ca. 50 interessierten Zuhörern im Evang. Gemeindehaus am 19. Oktober 2009. Frau Christina Weiblen, die im 2. Band der Eichstetter Chronik über die jüdische Geschichte Eichstettens schrieb, gab einen interessanten Überblick über 17 Jahre Erforschung der jüdischen Geschichte Eichstettens. In der Diskussionsrunde im Anschluss an die Referate wurde gerade von auswärtigen Zuhörern die gute Erforschung der jüdischen Geschichte von Eichstetten hervorgehoben. Bürgermeister Bruder freut sich auch darüber, dass immer häufiger Nachkommen von ehemaligen jüdischen Mitbürgern nach Eichstetten kommen, um die Heimat ihrer Vorfahren kennenzulernen und mehr über sie zu erfahren (Bericht).

Am 1. November 2009 gaben das Duo Brunhilde Holderbach und Michael Spengler aus Karlsruhe in der Zehntscheuer ein Gedenkkonzert in Erinnerung an die junge Lyrikerin Selma Meerbaum-Eisinger (Bericht). Das Motto lautete „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt“. Der Förderverein für Orgel- und Kirchenmusik und der Heimat- und Geschichtsverein hatten die Künstler im Rahmen des alljährlich stattfindenden Gedenkens an das Schicksal ehemaliger jüdischer Mitbürger eingeladen.

Arbeitskreis Schlepperfreunde:
Der Arbeitskreis berichtet separat über seine Aktivitäten.

Museumsführungen außerhalb der Öffnungszeiten:
Vom 20. Mai bis 28. Oktober 2009 war das Museum jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Unser 1. Vorsitzender Werner Rinklin hatte nachstehend aufgeführte Museumsführung durchgeführt: Am 29. Juli 2009 besuchten die Senioren der Freiw. Feuerwehr Steißlingen mit 60 Personen das Museum.

Die Zahl der Museumsbesucher wird im Jahr 2009 auf ca. 1500 geschätzt.

Mitgliederbewegung:
14 Mitglieder konnten neu in den Verein aufgenommen werden. 3 Mitglieder sind verstorben. 1 auswärtiges Mitglied hat zum 31.12.2009 gekündigt. Zum Jahresende hatte der Verein 201 Mitglieder.

Wissenswertes zum Schluss:
Am 25. April 2009 nahm Werner Rinklin an der Brandschutzveranstaltung für Vereine von der Feuerwehr Eichstetten mit Vorstandsmitgliedern anderer Vereine teil.

Ein Dank gilt Manfred Breisacher für die Erstellung der Flyer und Plakate zu Veranstaltungen im Museum. Darüber hinaus stellte Herr Breisacher Fotos über die Aktionstage und die Aktivitäten des Heimat- und Geschichtsvereins auf der Homepage der Gemeinde ins Internet.

Ein besonderer Dank gilt auch Hannelore und Erich Berntatz, unserem unermüdlichen Hausmeisterehepaar des Museums.

Eichstetten, 19.03.2010
gez. Werner Rinklin (1. Vorsitzender) und Annette Hornecker (Schriftführerin)


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