Eine gelungene Jubiläumsfeier:
20 Jahre Saint-André & Eichstetten


13. bis 16. Mai 2010


Als großer Erfolg und vor allem als herzliches Wiedersehen kann die Feier zum 20-jährigen Jubiläum in die Geschichte unserer Dorfpartnerschaft (Jumelage) mit St. André eingehen. An diesen „Feiertagen“ vom 13. bis 16. Mai 2010 stand traditionell das Thema Nachhaltigkeit in puncto Umwelt, Wohnen, Landwirtschaft und Generationenvertrag im Mittelpunkt der Begegnung. Dazu trugen in dankenswerter Weise Eichstetter und auch Freiburger Unternehmen und Institutionen bei.

Das kühle Wetter war zwar gar nicht so nach dem Geschmack unserer 90 Gäste, die sich – teilweise in Wollmützen und Handschuhen eingepackt – auf verschiedene Exkursionen begaben. Doch die Herzlichkeit auf beiden Seiten ließ die Temperaturen bald vergessen und die Freude im Vordergrund stehen.

Im Zeichen von Information und Austausch stand der erste Tag des Besuchs. Eine der Exkursionen führte in den Schwanenhof, wo das Konzept der Bürgergemeinschaft von Albert Schmidt vorgestellt und mit allen erörtert wurde. Dem Leitgedanken, dass Lebensqualität als Letztes auch das Sterben selbst beinhalten soll, stimmten alle zu. Unsere französischen Gäste beeindruckte sehr, dass die Bürgergemeinschaft nicht nur Hilfsdienste und Betreuung selbst organisiert, sondern sogar eine Pflegewohngruppe beinhaltet. Dass über die eigene Arbeit hinaus alle Stufen der Pflegebedürftigkeit bis zur Sterbebegleitung koordiniert werden, um alten Menschen eine Möglichkeit zu schaffen, ihr Leben bis zum Ende im Kreis der Familie und inmitten ihres Dorfes zu verbringen, regte eine in Details gehende Diskussion über Organisation und rechtliche Fragen darüber an, wie eine als Verein organisierte Bürgergemeinschaft dies leisten kann.

Nach einer Stärkung im Biomarkt Rinklin stand die Geschichte Eichstettens auf dem Programm, anschaulich dargestellt im Dorfmuseum, das sich aktuell schwerpunktmäßig mit dem Thema Nahversorgung befasst (Infos). Eine weitere Gruppe machte sich nach Freiburg auf, wo in einer Sonderfahrt mit der Straßenbahn das System des Regio-Nahverkehrs erläutert wurde. Während die Jugendlichen anschließend an einer Stadtrallye teilnahmen, erfuhren die Erwachsenen viel Interessantes bei einer Führung durch den Stadtteil Vauban. „Konventionell“ und „von oben nach unten gesteuert“ ist eher das Bild, das viele Franzosen von Deutschland in ihren Köpfen haben, und nun trafen unsere Freunde auf einen autofreien Stadtteil mit kreativer Bebauung, in dem die Bürger sich selbstbestimmt auch mal gegen die Stadtverwaltung durchsetzen und für ein ganz eigenes Lebensgefühl sorgen. Ob sie auch so leben wollten? Diese Frage stellten sich einige von ihnen noch bis spät in den Abend. Zweifellos beeindruckte sie jedoch die energiesparende Bauweise der Häuser.

Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus ließen wir unsere 20-jährige Freundschaft mit einem Unterhaltungsabend am Freitag Revue passieren, an dem sich besonders die Jugend beider Gemeinden kulturell einbrachte. Unter der Leitung von Nicole Brugne führten französische Ballettschüler die Geschichte von St. André in einem Tanz auf, teilweise begleitet von der Jugendkapelle des Musikvereins Eichstetten (Fotos). Hélène Blanquer und Doris Danzeisen, die Präsidentinnen der Komitees, betonten die Lebendigkeit der Jumelage, weil man in den beiden Jahrzehnten so vieles voneinander lernen konnte und tiefe Freundschaften entstanden seien, die beste Zukunftsaussichten hätten. In lustigen Sketchen wurden Anekdoten in Erinnerung gerufen, beispielsweise wie Gäste aus St. André in den Eichstetter Betten ihr gewohntes zweites Bettlaken vermissten und sich deshalb mit dem Spannbetttuch zudeckten und direkt auf der Matratze schliefen. Erinnert wurde auch an die wochenlange Fahrt der Traktorenfreunde nach St. André. Als Gastgeschenk für Bürgermeister Michael Bruder brachte Amtskollege Francis Manent zwei kristallene, miteinander verkettete Amphoren mit, die zum einen die Zerbrechlichkeit und gleichzeitig die Stärke der Dorfpartnerschaft symbolisierten. Für ihre langjährigen Verdienste zeichnete er Gisela und Walter Einhard mit der Ehrenmedaille von St. André aus. Hélène Blanquer überreichte dem Eichstetter Komitee ein gläsernes Bild. Die Eichstetter Gesangsgruppe „MixDur“ unterhielt mit gefühlvollen Songs von Michael Jackson, John Lennon und einem Liebeslied aus dem 16. Jahrhundert. Während der Feier wurde auch die reich bebilderte Festschrift verkauft.

Am Samstag standen noch einmal Besichtigungen auf dem Programm. So ließ man sich im Weingut Friedhelm Rinklin den biologischen Anbau erklären und von Dr. Thomas Gladis durch den Samengarten führen, um genetische Vielfalt zu entdecken. Erwandert wurde der Geo-Pfad bis zum „Fohrenbuck“, wo zur Überraschung Jäger Otto Hülter-Hassler mit seiner Jagdhornbläsergruppe aufspielte und die Gäste mit Grieben- und Flammenkuchen aus dem Lehmbackofen des Heimat- und Geschichtsvereins verwöhnt wurden. Die Jugendlichen hatten sich zuvor mit Spielen, Schmuckbasteln und einer Dorfrallye vergnügt und genossen die Fahrt mit Traktor und Anhänger. Ein zünftiger Abschluss fand in der Waldhütte statt, wo nicht nur Helmut Wahrer am Akkordeon, sondern auch ein neun- und ein 13-jähriger Nachwuchsrocker aus St. André mit E-Gitarren sowie spontane Gesangseinlagen für gute Stimmung sorgten. Verwöhnt wurde man von den Eichstetter Landfrauen mit Schäufele, Salaten und Kuchen.

Und dann kam er leider wieder einmal: der Abschied von unseren Freunden am Sonntagmorgen.
Schön war es - und viel zu schnell vorbei!

Dankeschön
Rund 150 Mitglieder aus verschiedenen Vereinen haben vom Programmbeitrag bis zur Essensversorgung unterschiedlichste Aufgaben übernommen, 55 Gastfamilien haben sich gefunden, 30 Kuchenspenden gingen ein, rund 400 Eichstetterinnen und Eichstetter besuchten die Jubiläumsfeier. Sie alle haben mit Ihrem Mitwirken, Ihrer Gastfreundschaft und Teilnahme an den Veranstaltungen zu einem gelungenen Wochenende beigetragen. Gemeinde und Partnerschaftskomitee bedanken sich an dieser Stelle bei IHNEN ALLEN sehr herzlich dafür.

Durch Ihr Mitwirken ist es nicht nur zu einer „Erinnerung an alte Zeiten“ geworden, sondern zu gelebter Freundschaft. Verbunden durch viel gemeinsam Erlebtes schauen wir nach vorne und freuen uns auf die nächsten Begegnungen, für die es schon zahlreiche Ideen gibt. Für das Partnerschaftskomitee Doris Danzeisen

Für das Partnerschaftskomitee
 Doris Danzeisen (Präsidentin)
 20-Jahr-Feier 2009 in Saint-André | Saint-André-Übersichtseite | zurück